Krippenplatz kostet 2 Euro mehr

In der Stadt Kirchberg steigen die Elternbeiträge in Kindertagesstätten. Eine krasse Erhöhung verhinderten die Ratsmitglieder jedoch.

Kirchberg.

Die Stadt Kirchberg reicht das Geld, das sie mehr vom Freistaat Sachsen für die Kinderbetreuung zugewiesen bekommt, an die Eltern von Krippenkindern weiter. Das hat der Stadtrat einstimmig beschlossen und so verhindert, dass die Elternbeiträge zum Teil um mehr als 20 Euro monatlich steigen. Für Bürgermeisterin Dorothee Obst (Freie Wähler) ein "immenser Kostensprung", der abgemildert werden soll. "Wir wollen die gestiegenen Betriebskosten nicht auf die Eltern übertragen", ergänzte sie.

Mütter und Väter werden grundsätzlich an den Betriebskosten beteiligt, die in den Einrichtungen auflaufen. Konkret hatte Kirchberg festgelegt, dass die Sorgeberechtigten von Krippenkindern 21,5 Prozent, die von Kita- und Hortkindern 27,5 Prozent der Betriebskosten übernehmen müssen. Das aber hätte bedeutet, dass ein Krippenplatz (bisher 212,97 Euro* im Monat für eine neunstündige Betreuung) künftig 22,10 Euro mehr kosten würde. Zuviel für eine Stadt, die mit dem Titel "Familiengerechte Kommune" wirbt.


Auf Vorschlag der Verwaltung wird nun der prozentuale Anteil an den Betriebskosten auf 19,65 Prozent abgesenkt. Das sind monatlich 2 Euro mehr. Ab 1. September zahlen Eltern folglich 214,84 Euro.

Im Kita- und Hortbereich soll an der prozentualen Beteiligung nicht gerüttelt werden. Eltern von Kita-Kindern müssen demnach ab September monatlich 1,17 Euro mehr (insgesamt 133,36 Euro für neun Stunden) bezahlen, der Betrag für Hortkinder bleibt bei 71,36 Euro**.

Bei den Betriebskosten handelt es sich nicht etwa nur um Strom- und Wasserkosten, sondern auch um Personalkosten. Und eben diese sind gestiegen, weil mehr Personal zum Einsatz kommt. Bisher galt, dass für 13 Kindergartenkinder eine Vollzeitkraft eingestellt werden muss, nun darf jede Erzieherin nur noch zwölf Kinder betreuen. In der Krippe ist eine vollbeschäftigte Kraft nun nur noch für fünf statt für sechs Kinder zuständig.

Für ein Krippenkind, das bis zu neun Stunden betreut wird, sind im Vorjahr insgesamt gut 1000 Euro im Monat aufgelaufen. Der Landeszuschuss für ein ein- bis dreijähriges Kind lag bei knapp 190 Euro.

Das sächsische Kindertagesstättengesetz überlässt den Städten und Dörfern selbst, mit wie viel Prozent sie die Eltern an den Betriebskosten beteiligen. Die Spanne liegt bei den Kinderkrippenplätzen zwischen 15 und 23 Prozent, bei Kindergarten- und Hortplätzen zwischen 15 und 30 Prozent.

 

*In einer früheren Version des Textes hatten wir angegeben, dass der Elternbeitrag für einen Krippenplatz bei einer neunstündigen Betreuung bisher 235,07 Euro kostet. Das ist falsch. Es sind 212,97 Euro monatlich.

**Auch beim Beitrag für Hortkinder hatte sich ein Fehler eingeschlichen. In der vorherigen Version des Textes hieß es, dass Eltern für einen Hortplatz 63 Cent mehr bezahlen müssen. Das ist falsch. Der Betrag bleibt bei 71,36 Euro.

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