Kultur hat ganz verschiedene Seiten

Beliebte Koloratursopranistin singt ersatzweise bei den Salonmusikanten mit. Eine 15-jährige Schülerin aus Zwickau will bei einem Schuljahr in den USA Land und Leute kennenlernen. Einem Pianisten wird besondere Ehre zuteil.

Franziska Till (26) griff als Puppenspielerin bei der Arbeit am Puppenspiel "Tausche Hamster gegen Baby. Ich brauche kein Geschwisterchen" nicht auf eigene Erfahrungen als Mutter zurück. Denn ihr Sohn Janek ist erst 16 Monate alt und (bis jetzt) ein Einzelkind, das die volle Aufmerksamkeit von ihren Eltern genießt. Geschrieben und inszeniert hat das Stück, das zur Premiere am Sonntag vom jungen und erwachsenen Publikum begeistert aufgenommen wurde, Puppentheaterdirektorin Monika Gerboc. Sie sagte, dass ihre Tochter Nina ihr als Inspira- tionsquelle diente. "Sie war auch stets bei den Proben dabei, und ich bin ganz froh, dass sie zur Premiere die Texte nicht vorgesagt hat", sagte sie schmunzelnd und fügte hinzu: "Nina ist zwar ein Einzelkind. Ich bin aber das zweite von vier Kindern. Als das letzte Kind kam, war ich elf. Und wir alle Drei fanden das Baby so rot und zerknittert wie es aussah zwar unsäglich hässlich, haben aber beschlossen, unsere Eltern nicht mit der Wahrheit zu kränken." Und weil das Thema "Eifersucht" so wichtig ist, bietet das Puppentheater Vor- und Nachbereitung zu den "Tausche Hamster gegen Baby"-Vorstellungen an. Ab sofort ist das Stück auf Tour in Kindergärten und anderen Spielstätten. In der neuen Spielzeit wird es dann aber im neuen Puppentheater zu sehen sein. (lth)

Wolfgang Klenert (52), Fan von Uniformen, stand beim Treckertreffen der Vielauer Luntenlausbum in der Montur eines DDR-Leutnants zur See am Eingang und "kontrollierte" die ankommenden Teilnehmer. Diesen kleinen Spaß gönnt er sich und den Besuchern der Veranstaltung auf der Lutherhöhe schon seit mehreren Jahren. "Da es heute doch etwas kühler ist, hat es sich förmlich angeboten, mal eine wärmere Uniform auszuwählen. Ich gehöre als Fördermitglied zum Verein und bin für die Treffen inzwischen schon achtmal in das unterschiedlichste Outfit geschlüpft", berichtete er. Neun Uniformen hängen bei ihm zuhause im Schrank. "Eine davon habe ich bisher hier noch nicht getragen. Die wird dann wohl im nächsten Jahr dran sein." Welche das ist, wollte Wolfgang Klenert vorab jedoch nicht verraten. Schließlich möchte er, dass bei den Besuchern des Treffens ein wenig Neugier bleibt. Die bislang meisten Blicke zog er auf sich, als er im Schottenrock an der Schranke des Festgeländes stand. "Es handelte sich dabei um ein echtes Stück von den Black Watch der Royal Scots. Mein Großonkel, der Quater-Master der Marine ihrer Majestät in Glasgow war, hat mir die Uniform vor mehr als 20 Jahren vermacht", sagte er. (awo)


Die armenischen Studenten Lilia Mnatsakanyan, Hayk Kalantaryan, Syuzi Vanoyan, Suren Minasyan und Arpine Matevosyan haben zum Länderabend der Westsächsischen Hochschule (WHZ) am 30. April ihr Heimatland Armenien vorgestellt. Die fünf Studenten der Yerevan State University of Economics absolvieren ein Semester in Zwickau. In ihre gut zweistündige Ländervorstellung betteten die jungen Armenier auch einige Spiele ein. Dabei wurden die Gäste beispielsweise aufgefordert, ihre Vornamen mit den Buchstaben des armenischen Alphabets aufzuschreiben. Es gab auch einen kleinen Wettbewerb im "Dolma" wickeln - dabei handelt es sich um Weinblätter-Rouladen. Die drei Frauen zwei Männer im Alter zwischen 20 und 23 Jahren tischten auch einige armenische Gerichte auf, darunter gefüllte Weinblätter, Auberginen, Tomaten und Paprika. Es gab auch Selbstgebackenes und das Nationalbrot der Armenier, den hauchdünnen Lawasch. Über das große Interesse an dieser Veranstaltung im "Alten Gasometer" in Zwickau freute sich auch der für eine Woche angereiste armenische Hochschuldozent Garik Siroyn, der einen Tag zuvor an der WHZ einen Vortrag zum Thema Migration gehalten hatte. (lth)

Frank Dupree (27), Pianist wird "Artist in Residence" in der Spielzeit 2019/20 am Theater Plauen-Zwickau. Das gibt es zum ersten Mal am Theater Plauen-Zwickau, sagte Theatersprecherin Carolin Eschenbrenner. Im Mittelpunkt der Konzert-Saison 2019/20 wird somit der Ausnahmekünstler Frank Dupree stehen, der das Plauener und Zwickauer Publikum im 5. Sinfoniekonzert im März 2018 durch seine Interpreta- tion von George Gershwins Klavierkonzert begeisterte. Und nicht nur das Publikum: Auch Generalmusikdirektor Leo Siberski war so hingerissen von der großartigen Leistung, dass die Möglichkeiten einer weiteren engen Zusammenarbeit sondiert wurden, und die Idee des "Artist in Residence" entstand. Darunter ist ein Konzept zu verstehen, das es Künstlern erlaubt, ihre kreativen Tätigkeiten über einen längeren Zeitraum an einem Ort auszuüben. "Mit Frank Dupree wurde dafür jetzt für Plauen und Zwickau ein Pianist gewonnen, der international für Aufsehen sorgte, als er 2014 zum einzigen Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs gekürt wurde", sagte Eschenbrenner. Er ist des Weiteren unter anderem ausgebildeter Jazz-Schlagzeuger und Dirigent. Als Dirigent assistierte er Sir Simon Rattle, François-Xavier Roth und Mario Venzago. 2018 absolvierte Dupree sein Studium im Master-Studiengang Klavier an der Hochschule für Musik in Karlsruhe. (ja)

Friedrun Lasch (15), Schülerin, freut sich schon auf das nächste Schuljahr, das für sie ein ganz besonderes werden soll. Die Zwickauerin wird im August in die USA fliegen und dort an einer Highschool ein Schuljahr verbringen. Möglich wird das dank des Parlamentarische Patenschaftsprogramms. Friedrun Lasch hat ein umfangreiches Bewerbungsverfahren hinter sich, an dessem Schluss ein Gespräch mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Jürgen Martens stand. Er hatte sich bereiterklärt, für das Programm eine Patenschaft zu übernehmen. Jetzt trafen sich die Stipendiatin und ihr Pate zu einem letzten Gespräch vor der Abreise. Bis August gilt es für Friedrun Lasch noch, ein Seminar zu besuchen und Formalitäten zu erledigen. Erstes Ziel in den USA wird Washington D.C. sein, bevor es dann weiter zur Gastfamilie geht. Bisher steht allerdings noch nicht fest, in welchen Landesteil es die Jugendliche verschlagen wird. "Ich lasse mich einfach überraschen", sagte die 15-Jährige, die im Sommer die zehnte Klasse beendet. Mit Erwartungen an das Schuljahr in den USA indes hält sie sich zurück. "Je höher die Erwartungen, desto mehr kann man enttäuscht werden. Das will ich nicht riskieren", sagte Friedrun Lasch. "Sie werden dort die Eigenheiten des amerikanischen Bildungssystems kennenlernen. Das ist ganz anders geregelt als bei uns in Deutschland, denn dort ist Bildung keine Aufgabe des Bundesstaates, sondern der jeweiligen Gemeinde oder der Stadt", erklärte ihr Jürgen Martens. (fp)

Nataliia Ulasevych, Koloratursopranistin am Theater Plauen-Zwickau, "sprang" vom 1. bis 4. Mai bei sechs Frühlingskonzerten der Zwickauer Salonmusikanten für Sängerin Ellen Haddenhorst-Lusensky ein. Mit "Bei mir bist du schön", dem "Lied der Nachtigall" und dem Walzer "Frühlingsstimmen" begeisterte die junge Ukrainerin das Ensemble und das Publikum im Robert-Schumann-Haus. "Es hat mir großen Spaß gemacht, und ich freue mich, dass ich Ellen würdig vertreten konnte, die ab 24. Mai wieder ihre Gesangsrolle bei den Frühlingskonzerten übernimmt", sagte sie. Den Zwickauer Musiktheaterliebhabern bestens als Soubrette bekannt, zeigte sie ihr ganzes Können als ausgezeichnete Koloratursängerin bei ihrem Solo-Liederabend im Januar im Malsaal, bei dem sie einen musikalische Bogen zwischen Barock und Gegenwart schlug. Am 17. Mai wird Nataliia Ulasevych auf der kleinen Bühne in Plauen mit Pianisten Denette Whitter mit dem gleichem Programm noch einmal zu erleben sein. (lth)

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