Landesschau sucht die Debatte

Mit einer neuen Veranstaltungsreihe wollen die Macher der Landesausstellung nun mit den Zwickauern ins Gespräch kommen. Zwei Monate lang soll es in der Stadt zu Streitgesprächen und Diskussionen kommen.

Zwickau.

Weil es nach Ansicht der Landesschau-Verantwortlichen mit der Ausstellung im Audi-Bau allein noch nicht getan ist, gehen sie jetzt in die Breite. Mit neun Diskussionsveranstaltungen bis Ende Oktober an verschiedenen Orten in Zwickau unter dem Titel "Boom.Debatten" will man nun debattierfreudiger werden. Das am Mittwoch vorgestellte Programm dreht sich inhaltlich - wie könnte es anders sein - weiter um den Begriff der Industriekultur, fasst ihn aber teils ziemlich weit. So wird es laut Ankündigung unter anderem ebenso um das Problem des Wegzugs junger Menschen aus der Region gehen wie um das Erbe der Treuhand und die Zukunft der Arbeit angesichts von Homeoffice und fortschreitender Automatisierung. Geplant waren die Veranstaltungen schon im Frühjahr, doch wegen der Covid-19-Pandemie war lange unklar, wann und wie sie stattfinden können. Laut Landesschau-Sprecher Christian Landrock sei auch möglich, dass das Programm noch um die eine oder andere Veranstaltung anwachsen werde. Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei, allerdings wird wegen geltender Hygienekonzepte und Abstandsregeln um eine Voranmeldung gebeten.

27. August, 19 Uhr, Brauhaus: Den Auftakt der Reihe gibt es schon am heutigen Donnerstag im Zwickauer Brauhaus. Bei der Diskussionsrunde zum Thema "Wie viele Quadratmeter braucht das Glück" wird die Frage nach Wohnraum im Mittelpunkt stehen. Diskussionsteilnehmer sind der wohnungspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Thomas Löser und Michael Uhlig vom Zwickauer Architekturbüro Aboa.

3. September, 19 Uhr, Alter Gasometer: Im Mittelpunkt stehen Abwanderung und Rückkehr, Zukunftsperspektiven für junge Menschen in der Region. Diskussionsteilnehmer sind der Schüler und Fridays-for-Future-Aktivist Jakob Oehler der Vorsitzende des Zwickauer Jugendbeirats Sven Richter. 9. September, 19 Uhr, Alter Gasometer: Wie kommt das Neue in die Welt - hier sollen fünf Thesen diskutiert werden, wie sich Industrie weiterdenken lässt. Gesprächspartner sind die Professorin für Wirtschaftswissenschaften Dalla Marin aus München, die Zwickauer Stadtmanagerin Ariane Spiekermann, Lisa Martin vom Büro für Wirtschaftsförderung der Stadt Zwickau und Danny Helmer von der Zwickauer Kevin Brewery.

15. September, 19 Uhr, Brauhaus: Veränderte Werte, veränderte Arbeitswelt und veränderte Familienbilder stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung "Work-Family-Balance - Wie viel Familie verträgt die Arbeitswelt heute" mit Professor Sebastian Böhm von der katholischen Hochschule Köln.

17. September, 19 Uhr, Audi-Bau: Filmvorführung mit anschließender Podiums-Diskussion zum Erbe der Treuhandanstalt. Gezeigt wird die 45-minütige ZDF-Dokumen- tation "Die Treuhand. Aufbruch und Ausverkauf". Auf dem Podium sitzen Markus Böick von der Ruhr-Universität Bochum, die stell- vertretende Vorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen Martina Große, der Inhaber der Polstermöbel Oelsa GmbH Andreas Käppler und der Journalist Norbert Pötzl.

24. September, 19 Uhr, Alter Gasometer: Die Diskussion dreht sich um die Frage, wie viel Demokratie die Industrie mit sich bringt. Gesprächspartner sind der Journalist Christian Gesellmann, der Politikwissenschaftprofessor Philipp Manow von der Uni Bremen und WDR-Programmdirektor Jörg Schöneborn.

6. Oktober, 19 Uhr, Audi-Bau: Vortrag des Soziologen Harald Welzer über die Veränderung der Gesellschaft durch die Digitalisierung mit anschließender Diskussion.

14. Oktober, 19 Uhr, Audi-Bau: Podiumsdiskussion über Entwicklungen in Arbeit und Mobilität. Auf dem Podium sitzen die Maschinenkonstrukteurin Petra Linke, der Verkehrswissenschaftler Martin Randelhoff und der Soziologe Stefan Sauer.

29. Oktober, 19 Uhr, Brauhaus: Den voraussichtlichen Abschluss der Reihe bildet ein Vortrag zum Thema "Überall und immer online? Von der Flexibilität bis zur Erschöpfung". Es referiert die Psychologieprofessorin und Leiterin einer Burnout-Studie Angelika Buske-Kirschbaum.

Wer als Gast einer der Veranstaltungen beiwohnen möchte, wird gebeten, sich unter folgender E-Mail-Adresse anzumelden: landesausstellung@avantgarde.de

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