Landkreis macht weiterhin Schulden

Der Haushaltsentwurf für 2017 weist große Fehlbeträge aus. Trotzdem sollen Städte und Dörfer nicht stärker belastet werden.

Zwickau.

Der Landkreis Zwickau wird auch 2017 wieder mehr Geld ausgeben als er einnimmt. Das geht aus dem Entwurf des Haushaltsplanes hervor, den Finanzdezernentin Sabine Hofmann im Kreistag vorstellte. Aus den beiden Teilen des Mammutwerkes ergibt sich ein Minus von fast 14 Millionen Euro, das unter anderem mit Krediten und Entnahmen aus der Rücklage ausgeglichen wird.

Trotzdem ist die Erhöhung der Kreisumlage, über die die Kommunen im nächsten Jahr 109,4 Millionen Euro an die Kreiskasse überweisen sollen, kein Thema. Der Hebesatz von 32,83 Prozent der Finanzkraft der Städte und Gemeinden soll stabil bleiben. Dass dabei trotzdem fast 6 Millionen Euro mehr Einnahmen erwartet werden, liegt daran, dass von einer Verbesserung ihrer finanziellen Situation ausgegangen wird.

Die Kreisumlage ist das bedeutendste eigene Finanzierungsmittel der Landkreise, die im Gegensatz zu Städten und Gemeinden selbst so gut wie keine Steuereinnahmen haben, aber wichtige Aufgaben für diese erledigen. Größter Brocken sind wie jedes Jahr die Sozialleistungen. Schwerpunkt: das Thema Asyl, vor allem unbegleitete minderjährigen Flüchtlinge. Deren Zahl könnte 2017 auf mehr als 200steigen.

Die geplanten Investitionen werden überwiegend über das Programm "Brücken in die Zukunft" finanziert, das einige zusätzlich Millionen Euro von Land und Bund für den Bau und die Sanierung von Gebäuden in die Kreiskasse spült. Am 7. Dezember soll der Kreistag den Haushalt beschließen.

 

Anmerkung der Redaktion

In einer früheren Artikelversion berichteten wir über Einnahmen aus der Kreisumlage von 333 Millionen Euro. Das ist falsch. Richtig ist, dass der Landkreis von den Kommunen insgesamt 109,4 Millionen Euro bekommt. Die 333 Millionen stellen den Gesamtwert der Steuerkraft dar, die Grundlage für den Hebesatz von 32,83 Prozent bildet.

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