Lang ersehnter Klang

Sie schlagen den Niederwieraern wieder die Stunden: Drei neue Glocken hängen seit einer Woche im sanierten Turm der Dorfkirche.

Niederwiera.

Die Inbetriebnahme wollten der Bürgermeister von Oberwiera, Holger Quellmalz, und die sechs weiteren Mitglieder des Glocken-und Turmausschusses Niederwiera, die sich für den Wiederaufbau des Kirchturms seit zwei Jahren engagieren, feierlich Anfang April mit einer Kirchweihe begehen. "Aufgrund der derzeitigen Situation war das aber einfach nicht möglich. Die Weihe müssten wir erst einmal auf unbestimmt Zeit verschieben", sagt Quellmalz.

Das Geläut wurde in der vergangenen Woche mit Hilfe eines Flaschenzugs von der Leipziger Firma Zachariä in den Turm der Dorfkirche eingehangen. Außerdem wurde die Läute-Technik installiert. Das Geläut ist über eine Fernbedienung auch aus einem Kilometer Entfernung zu bedienen.

Erstmals erklangen die Glocken am Ostersonntag und Ostermontag jeweils 10 Uhr für jeweils acht Minuten. "Um die Menschen inmitten der Pandemie Mut zu machen, haben wir uns entschlossen, an beiden Tagen als Zeichen der Hoffnung die Glocken läuten lassen. Viele Niederwiera haben das auf der Terrasse oder am Fenster verfolgt. Für mich war das ein besonderer Moment, als nach acht Jahren wieder Glockengeläut im Ort zu hören war", sagt Quellmalz.

"Seit den 1970er-Jahren stand von dem Kirchturm praktisch nur noch ein Stumpf da. Es ist schon etwas Besonderes, dass nun der Kirchturm wieder in alter Pracht erstrahlt und Glockengeläut wieder die Gemeinde erfüllt", sagt Pfarrer Sören Lange, der seit einem Jahr in der Kirchgemeinde Oberwiera-Schönberg tätig ist.

Die Glocken wurden vergangenes Jahr in Innsbruck gegossen. Sie bringen 220 Kilogramm, 300 Kilogramm und 650 Kilogramm auf die Waage. Bei den Bronzeglocken handelt es sich um eine Taufglocke, eine Gebetsglocke und die größte Glocke ist die Gemeindeglocke. Sie wurden von dem Glockenkünstler Peter Luban aus Plauen gestaltet.

Nun ist das Ende des ambitionierten Projektes in Sicht: Noch in diesem diesen Monat sollen die restlichen Maler- und Putzarbeiten im Kirchturm abgeschlossen werden, so Quellmalz.

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