Laubenpieper holen die Natur zurück

Das Insektensterben macht auch vor den Schmetterlingen nicht Halt. Deshalb nehmen die Vielauer Kleingärtner zwei Projekte in Angriff.

Vielau.

Die Laubenpieper der 31.000 Quadratmeter großen Kleingartenanlage "Wiesengrund" hinter dem Kinder- und Schulzentrum in Vielau können nicht nur feiern, sie unternehmen auch so einiges gegen das Sterben der Schmetterlinge. Während des jüngsten Gartenfestes haben die Kleingärtner ihr Projekt Schmetterlingswiese präsentiert. "Heutzutage wird viel zu schnell zum Rasenmäher oder zu Pestiziden gegriffen. Damit entziehen wir den Schmetterlingen die Lebensgrundlage, also alles das, was Schmetterlinge mögen", betont Bärbel Schnabel, die zu dem Thema mit ihrem Mann Reinhard an einem Workshop in Dresden teilgenommen hat.

Mit dem Projekt Schmetterlingswiese schlagen die Vielauer Gärtner zudem zwei Fliegen mit einer Klappen. Sie verwandeln die seit Längerem schon ungenutzte Fläche von drei Kleingärten in ein Kleinod mit Streuobstwiese, Weidenpavillon und drei Schmetterlingswiesen mit bisher drei Blütenflächen. Die vierte entsteht gerade. Dafür hatte am vergangenen Samstag erneut der Chef des Kleingartenvereins, Wolfgang Tietz, zum Arbeitseinsatz gerufen - und viele waren gekommen. "Von insgesamt 78 Gärten sind lediglich zwei nicht besetzt. Wir sind froh, dass vor allem junge Familien zu uns stoßen", sagt Tietz. Der Senior glaubt, dass das vor allem mit dem angrenzenden Kinder- und Schulzentrum zusammenhängt. Denn in der Anlage "Wiesengrund" gibt es auch einen Schulgarten.

Letzteres liegt auch Bärbel Schnabel am Herzen, die zum Vorstand des Kleingartenvereins gehört und mit dem Projekt Schmetterlingswiesen gleichsam auch einen Bildungsauftrag verbindet. "Nur wenn Kinder und Erwachsene wissen, wie wichtige blühende Wiesen für Schmetterlinge sind, können sie den Lebensraum für Tagfalter erhalten", sagt die 65-Jährige, die in ihrem Garten ein Insektenhaus stehen hat. Sie hat sich zudem dafür stark gemacht, dass neben der Schmetterlingswiese auch noch ein Schmetterlingsgarten angelegt wird. "Mit insektenfreundlichen Blumen, Stauden und Sträuchern", fügt die Rentnerin an.

Wie die Landesstiftung Natur und Umwelt mitteilt, macht das Insektensterben auch vor den Tagfaltern nicht Halt. "In Sachsen sind von 125 heimischen Tagfalterarten bereits 14 Prozent ausgestorben", verdeutlicht Pressesprecherin Andrea Gößl. Die Anzahl der gemeldeten Wiesen von Kommunen, Großvermietern, regionalen Partnern und privaten Akteuren würde ständig wachsen. So werden laut Gößl inzwischen 210 Wiesenflächen artgerecht bewirtschaftet. "Das hilft den Tagfaltern. Denn an den Halmen und Blättern sitzen Eier, Raupen oder Puppen, denen durch eine Komplettmahd die Lebensgrundlage genommen wird", so Gößl.

Die Tage der offenen Schmetterlingswiesen finden vom 17. bis 19. August statt. Wiesenpfleger stellen sachsenweit ihre Projekte vor. Informationen über die Teilnehmer sind im Internet erhältlich. Dort werden auch verschiedene Workshops angeboten.

www.schmetterlingswiesen.de

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