Leben in der Buche

Zwischen Affenhaus und Ziegenstall gibt es viel zu entdecken. Wir schauen hinter die Zäune.

Hirschfeld.

Mitte Januar 2007 fegte das Sturmtief Kyrill über Mitteleuropa und richtete massive Schäden an. Einen Tag, bevor auch die hiesige Region die Wucht des Sturmes zu spüren bekam, musste die legendäre Tierparkbuche aus Sicherheitsgründe stark eingekürzt werden. Denn schon in den Tagen vor Kyrill traten starke Stürme auf. Seit dem gravierenden Rückschnitt ragen von dem einst 27 Meter hohen Baum nur noch kahle Stümpfe empor. Dennoch lässt sich anhand des erhalten gebliebenen Stammes und dessen imposanten Umfanges von 7,20 Metern erahnen, was es einst für ein beeindruckender Baum war.

Das Alter der Tierparkbuche wird auf mehr als 450 Jahre geschätzt. Sie ist damit einer der ältesten Bäume im Kreisgebiet und wurde sogar in der Liste der national bedeutsamen Bäume geführt. Aber der Zahn der Zeit nagt weiter an dem Baum, der über Jahrzehnte hinweg als die botanische Attraktion des Hirschfelder Tierparks galt. Erst kürzlich brach einer der morschen Hauptäste der Buche ab. "Wir haben das Teil bewusst liegen lassen. Es soll den Besuchern zeigen, weshalb sich rund um die Buche Absperrketten befinden. Leider wird diese Barriere immer wieder von einigen Leuten ignoriert, weil sie sich vor dem Stamm fotografieren lassen wollen. Das aber ist wirklich eine kreuzgefährliche Angelegenheit", sagt Tierparkmitarbeiter Mario Ritter.

Selbst wenn die Tierparkbuche ihre besten Zeiten längst hinter sich hat, steckt noch immer Leben in ihr. Und sie ist inzwischen sogar zu so etwas wie einem eigenen kleinen Biotop geworden. So haben sich im Schutz der mächtigen Wurzelausläufer zahlreiche andere Baum- und Straucharten angesiedelt. Selbst in luftiger Höhe grünt es wieder. In mehreren Astgabeln sind Samen aufgegangen, wodurch Besucher dort unter anderem auch Birkenbäumchen entdecken können. Und natürlich hat auch der Zunderschwamm, der vorrangig geschwächte Laubbäume befällt, die morschen Äste besiedelt. Nicht nur für Mutter Natur ist der Baummethusalem wichtig. Auch die Tierparkmitarbeiter schätzen dieses Kleinod und seine unmittelbare Bedeutung für Flora und Fauna im Umfeld. Deshalb wurde dort schon vor einiger Zeit ein kleines Insektenhotel angebracht.

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