Leerstand: Café soll die Wende bringen

Eine Projektidee aus Zwickau hat beim Wettbewerb "Ab in die Mitte" einen der vierten Plätze bekommen. Geplant ist ein Café, in dem Gastronomie und kultureller Austausch kombiniert werden.

Zwickau.

Ziel ist es, der Zwickauer Hauptstraße wieder Leben einzuhauchen. Mit der Eröffnung des Ateliercafés "Moritz" möchte die Stadt den Leerstand im Zentrum verringern. Das soll mithilfe eines Ortes für kreativen Austausch geschehen, der Kreative anlocken soll.

Das Konzept des Cafés wurde am Freitag mit einem Anerkennungspreis in Höhe von 5000 Euro ausgezeichnet. Grund dafür war der sachsenweite Wettbewerb "Ab in die Mitte". Dieser dient der Aufwertung und Verschönerung von Innenstädten und unterstützt soziale sowie kulturelle Ideen. Überreicht wurde der Scheck von Torsten Spranger, dem Geschäftsführer der regionalen Industrie- und Handelskammer Zwickau. Dafür öffnete das Café von 9.30 bis 13 Uhr die Türen für Gäste - vorerst allerdings er nur für einen Tag, da die Planung noch in vollem Gange ist.

Die Idee zu dem Geschäft kommt von Swen Kaatz. "In Weimar war ich in einem Café, wo man diskutieren und sich kreativ austauschen konnte", sagte der Mülsener. Dieses Konzept möchte er in Zwickau umsetzen. "Das Ateliercafé soll ein Ort sein, an dem Menschen in den Bereichen Kultur und Kunst selber tätig werden können", sagte er. Dafür sollen die Bereiche Gastronomie, Kunstatelier und Geschäft verbunden werden. Wichtig ist den Betreibern auch die Arbeit im sozialen Bereich mit Kindern, Behinderten sowie Obdachlosen, die gemeinsam kochen, malen und musizieren können. Auch städtischen Künstlern und Händlern wird die Möglichkeit gegeben, ihr Handwerk hier zu präsentieren.

Das Projekt soll in Zusammenarbeit des Büros der Wirtschaftsförderung sowie der Gleichstellungs-, Ausländer-, Integrations-, und Frauenbeauftragten der Stadt Zwickau verwirklicht werden. Die Mühlenbäckerei Clauß sorgt für ein Frühstücks- sowie Mittagsangebot.

"Wir wollen uns auch außerhalb des Geschäfts in der Stadt engagieren", sagte Kaatz. In Zukunft will man auch mit Kindertagesstätten und Schulen zusammenarbeiten. Momentan befindet sich das Angebot im Café noch in der Konzeptentwicklung, die 5000 Euro sollen für die Planung der ersten Projekte und für den Umbau zur Barrierefreiheit genutzt werden.

"Wir haben ein offenes Klavier im Laden stehen", sagte Kaatz. "Jeder, der möchte, kann darauf spielen, im Sommer wird es auch draußen stehen, um Musik in die Stadt zu bringen", sagte er. Die Projektförderung "Ab in die Mitte" gibt es seit 2004 und hat in den Folgejahren mehr als 330 Ideen realisiert. Swen Kaatz ist zuversichtlich: "Die besten und kreativsten Ideen kommen doch bei einem Kaffee. Oder vielleicht auch bei einem Glas Wein", sagte Kaatz.


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