Letzte Aufträge für Flutschutz

In Crinitzberg geht die Beseitigung der Hochwasserschäden dem Ende entgegen. Fest steht: Das Budget wird nicht voll ausgeschöpft.

Noch in diesem Jahr sollen auch die gravierenden Schäden an der Zufahrt zu den Grundstücken Auerbacher Straße 11 bis 13 verschwinden.

Für Sie berichtet: Jochen Walther

Dass die letzten Aufträge zur Beseitigung der Hochwasserschäden in der Gemeinde Crinitzberg wiederholt den Rödelbach betreffen, kommt nicht von ungefähr: Gewässer wie der Rödelbach würden bei Starkregen ihre Gefährlichkeit offenbaren, begründet Experte Peter Stapf vom Ingenieurbüro Hoffmann Seifert Partner, der gemeinsam mit seinem Kollegen Olaf Oberländer die Projekte zur Beseitigung der Flutschäden in der Gemeinde Crinitzberg steuert. So hatte der Gemeinderat am Donnerstag im Gasthof Gruner in Lauterhofen das Auer Unternehmen Phönix-Bau mit Projekten im Gesamtwert von rund 474.000 Euro beauftragt.

Dabei handelt es sich um gleich drei Bauvorhaben im Ortsteil Bärenwalde. So rücken die Bauleute erneut zum Rödelbach, wo gleich zwei Bauabschnitte erledigt werden müssen. Das erste 210 Meter lange Teilstück zieht sich von der Auerbacher Straße 52 bis zur Höhe Anger 2. "Neben der Erneuerung des Ufers sind dort Beräumungen des Bachbetts vorgesehen", sagt Fachmann Stapf. Beim zweiten, insgesamt 145 Meter langen Teilstück, das sich von der Anliegerbrücke zum Mühlgrabenweg 12-17 bis zum Bereich Auerbacher Straße 13 zieht, müssen ebenfalls das Bachbett beräumt und diverse Ufersicherungen erneuert werden. Und schließlich ist geplant, die Standsicherheit der Zufahrt zur Auerbacher Straße auf Vordermann zu bringen. Das Bachufer soll durch eine Blockschichtung instand gesetzt werden - auf einer Gesamtlänge von reichlich 80 Metern. "Wir müssen sicherstellen, dass bei Starkregen oder Flutereignissen die Zufahrt nicht erneut in Mitleidenschaft gezogen wird", so Stapf.

In dem Zusammenhang fügt Rathauschef Steffen Pachan (Bürgerkomitee) an, dass alle drei Vorhaben zu 100 Prozent über den Freistaat finanziert werden. Und Bauexperte Stapf fügt an, dass "die Maßnahmen als Komplex ausgeschrieben" worden sind. Damit sei für die Bauunternehmen die Lukrativität des Vorhabens deutlich erhöht worden. "Gerade jetzt, da viele Baufirmen ausgelastet sind, ist ein entscheidender Schachzug", sagt Stapf. Dadurch seien bei der Gemeinde immerhin drei Angebote eingegangen. "Hinsichtlich der Angebotspreise bewegen wir uns bei jedem der drei Baubereiche in dem jeweils zur Verfügung stehenden Finanzbudget", fügt Stapf an.

Die größten Schäden in der Gemeinde wurden an 140 Meter langen Stützmauer entlang der K 9301 in Lauterhofen und am Friedrichsbach in Bärenwalde festgestellt worden. Stark beschädigt wurden zudem die Böschungen und Uferbefestigungen über die gesamte Länge des Rödelbachs in Bärenwalde.

Ökologie im Vordergrund

Kosten: Das Budget von insgesamt 5,9 Millionen Euro wird offenbar nicht komplett benötigt. "Hätten wir einzelne Maßnahmen nicht im Paket vergeben, wären damals höhere Baupreise herausgekommen", sagt Stapf. "Kleine Projekte wären teurer geworden."

Ökologie: Bei der Beseitigung der Schäden soll nachhaltig gebaut werden. So muss mit der Renaturierung der Fließgewässer die ökologische Durchgängigkeit hergestellt werden. Wehren, Sohl- und Staustufen in den Fließgewässern würden sich nachteilig auf die Entwicklung von Natur und Landschaft auswirken. (jwa)

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