Lichtentanne startet Projekt Zukunft

Gemeinde-App, Begegnungszentrum für Alt und Jung, Senioren- und Vereinsmobil, Radwegenetz - die Einwohner einigen sich auf Vorhaben bis 2030. Doch die müssen auch finanzierbar sein.

Lichtentanne.

Die Gemeinde Lichtentanne rüstet sich für 2030. Dafür arbeitet Rathauschef Tino Obst (parteilos) mit seinem Team an einer Strategie, um die rund 6400 Einwohner zählende Kommune trotz demografischen Wandels für die Zukunft im ländlichen Raum fit zu machen.

"Das geht aber nur gemeinsam mit den hier lebenden Leuten", sagte Obst. "Investitionen in den nächsten Jahren müssen daher auch von den Menschen mitgetragen werden." So haben sich nach einer im Herbst des Vorjahres initiierten Umfrage im Amtsblatt der Gemeinde folgende Schwerpunkte ergeben: Infrastruktur, Digitalisierung, Bildung, Soziales, Tourismus, Freizeit sowie Wirtschaft und Wohnen. Die wiederum wurden Ende Januar auf einer Beratung mit interessierten Einwohnern innerhalb von vier Workshops diskutiert. Dabei haben sich Hauptamtsleiterin Michelle Schönthal zufolge mehrere wichtige Vorhaben herauskristallisiert. So sprach sich ein Großteil dafür aus, dass Lichten- tanner Bürgerhaus als Begegnungszentrum für Jung und Alt beziehungsweise als Mehrgenerationenhaus künftig zu nutzen. "Es wurden hierfür viele Ideen zusammengetragen. Die reichen von Café und Beratungsstellen bis Hausaufgabenbetreuung. Die Bücherei befindet sich schon in der Jugendstilvilla", erklärte Schönthal.

Neben dem Öffentlichen Personennahverkehr, der die Ortsteile untereinander besser verknüpfen soll, und mehr Radwegen zwischen den Dörfern, machten sich alle Beteiligten für eine sogenannte Gemeinde-App stark, die sich jeder herunterladen und als Informationsquelle dienen könnte. Dort sollen vor allem Veranstaltungen, aktuelle Ereignisse, Öffnungszeiten und Infos von Vereinen enthalten sein. "Auch ist denkbar, dass dort die Bürger das Senioren- und Vereinsmobil buchen", fügte Obst an. Nicht zuletzt forderten in dem Zusammenhang besonders die Akteure der Freizeit- und Tourismusbranche eine bessere Vernetzung - möglichst auch über die Gemeinde-App. "Das ist eine klasse Idee, für den ländlichen Raum von großer Wichtigkeit", erklärte Chris Stegert, der regelmäßig die öffentlichen Sitzungen des Gemeinderates besucht. "Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Gemeinde besonders wichtige Bekanntgaben neben ihrer Homepage auch über diese Gemeinde-App kommuniziert", erklärte der 37-jährige Schönfelser, der außerdem den laufenden Breitbandausbau in der Kommune und die Idee des Unternehmer-Stammtischs für wichtig und unabdingbar hält.

Das nächste Treffen mit den Einwohnern war eigentlich für Anfang April vorgesehen. Wegen der Corona-Krise soll nach Darstellung von Obst diese Veranstaltung voraussichtlich nun im Frühsommer stattfinden. Der genaue Termin soll frühzeitig bekanntgegeben werden. Fest steht aber: "Nachdem wir uns auf die wichtigsten Vorhaben geeinigt haben, müssen wir noch konkreter werden, wie wir das eine oder andere Vorhaben umsetzen wollen", sagte Obst. Dazu gehöre im letzten Schritt ebenso, genau und transparent darzustellen, was sich mit Fördergeld oder auch Eigenmitteln umsetzen lässt - kurz- wie langfristig.


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