Lindenreihe wird nun doch nicht zum Denkmal

Das Landesamt für Denkmalpflege rückt von bisherigen Plänen ab

Wilkau-Haßlau.

Die Posse um den möglichen Denkmalschutz der Linden entlang der Bahnhofstraße in Wilkau-Haßlau hat jetzt ein Ende gefunden. Das Landesamt für Denkmalpflege hat schriftlich mitgeteilt, dass es "nach Abwägung aller Argumente darauf verzichtet, die Lindenreihe als Kulturdenkmal einzutragen". Das sagte Bürgermeister Stefan Feustel (CDU) im Technischen Ausschuss. Diese Erklärung führte bei den Ausschussmitgliedern zu spontanem Beifall.

Damit bleiben die Bäume, für die sich nie ein Denkmalschützer interessiert hatte, in der Zuständigkeit der Stadtverwaltung. Mitarbeiter des Landesamtes hatten nach einem Ortstermin, zu dem von der Stadtverwaltung niemand eingeladen war, ihren Willen bekundet, die großen Linden rechts und links der Fahrbahn unter Denkmalschutz zu stellen. Eine Begründung dafür blieb jedoch aus. Im Mai hatte sich der Technische Ausschuss schon einmal mit dem Thema befassen müssen. Dabei hatten sich die Räte hinter die Meinung der Verwaltung und des Bürgermeisters gestellt, einen Denkmalschutz für die fast 100 Jahre alten Bäume grundsätzlich abzu- lehnen.

Vor allem der Zustand des "Mischwaldes" auf der rechten Seite lasse ernsthafte Zweifel an der Notwendigkeit des Schutzes aufkommen, hieß es. "Die eine oder andere Linde steht tatsächlich dazwischen", hatte Feustel damals gesagt. Früher hatten sich dort mehrere Klein- gärten befunden. Außerdem will die Stadt das Areal für das Außengelände des Jugend- und Freizeitzentrums umgestalten, das im Sommer 2019 in den sanierten alten Bahnhof einziehen soll. Die sieben Bäume auf der anderen Seite mit kräftigen Kronen hätte man auch in der Verwaltung und im Rat eher als schützenswert eingestuft. "Das allerdings können wir auch ohne gesetzlichen Denkmalschutz leisten", sagte Feustel. Auf seinen Vorschlag, die Bäume auf dieser Seite in städtischer Regie zu pflegen, waren die Denkmalschützer nicht eingegangen und hatten stattdessen angedroht, das Vorhaben notfalls auch gegen den Willen der Stadt umzusetzen. Was die Denkmalschützer jetzt zu einem Einlenken bewegte, geht aus dem Schreiben nicht hervor.

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