Mädler: Brandschutz erhitzt Gemüter

Der Ärger um das Hotel nach dessen Stilllegung ist nun vor Gericht gegangen. Eine Einigung scheint derzeit nicht in Sicht.

Zwickau.

Was gilt das Wort eines Amtsleiters? Um diese Frage dreht sich ein Zivilprozess am Landgericht Zwickau. Am Donnerstag wurden mehrere Zeugen gehört. Nicht dabei: Vertreter aus der Stadtverwaltung. Der Amtsleiter war zwar geladen, musste aber aus Krankheitsgründen absagen.

Geklagt hat Katrin Brandt, die sich vor rund drei Jahren mit dem Betrieb des Hotels Mädler in Zwickau-Oberhohndorf eine Zukunft aufbauen wollte. Auf der Anklagebank sitzt Lothar Beier, der das traditionsreiche Haus vor mehr als zehn Jahren gekauft hatte. Katrin Brandt möchte einen Schadenersatz erstreiten, nachdem das Haus im September 2016 seinen bislang letzten Hotelgast verabschieden musste.


Dem vorausgegangen war am 16.September eine Brandschau der Feuerwehr. Bei diesem Termin stellten die Fachleute zahlreiche Mängel in Sachen Brandschutz fest. So viele, dass für die Vertreter der Stadtverwaltung ein Weiterbetrieb der Beherbergungseinrichtung nicht tragbar erschien. Bei einem Gespräch am 20. September suchten Beier, Brandt und zwei Vertreter aus der Verwaltung nach einem Kompromiss. Beier wollte das Hotel in der ersten Etage des Hauses offenhalten, die obere Etage - das Dachgeschoss - sollte geschlossen werden. Das Bemühen um einen guten Ausgang bestätigten vor Gericht beide Seiten. Allerdings war das bei diesem und einem zehn Tage später anberaumten Gesprächstermin wohl missverständlich. Denn Katrin Brandt ging davon aus, dass aufgrund der Anweisung ihr Hotel geschlossen wird. Lothar Beier verstand die Aufforderung so, dass eine Etage umgebaut werden und weiter öffnen kann.

Wegen der Ansage der Stadt verabschiedete sich das Hotel am 21.September von seinem letzten Gast. Weitere Buchungen wurden storniert. Seitdem stehen die Betten leer, und Katrin Brandt möchte einen Ersatz für entgangene Gewinne - immerhin hatte sie einen Pachtvertrag, der bis Ende 2021 lief. Sie würde sich auch auf eine Einigung einlassen, sagte sie dem Richter. Lothar Beier sieht das anders. Denn tatsächlich gibt es offenbar keine schriftliche Aufforderung von der Stadt, das Hotel zu schließen. Nach seiner Auffassung hätten einige Zimmer weiter vermietet werden können. Überdies sieht er die Schuld nicht bei sich. Er habe das Haus 2008 gekauft. Damals habe die Verwaltung trotz seiner Nachfrage keine Bedingungen an eine Wiedereröffnung gestellt. Darüber hinaus habe es offenbar in den vorangegangenen 25 Jahren keine Brandschau gegeben - zumindest war die Stadt Beier laut seiner Aussage eine Antwort auf die entsprechende Frage schuldig geblieben. Um herauszufinden, was wirklich zwischen den drei Parteien besprochen wurde, soll zum nächsten Termin mindestens ein Vertreter der Stadt gehört werden.

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