Mädler-Hotel: Keine Chance auf gütliche Einigung

Für das Hotel im Gasthof gab es keine Anordnung zur sofortigen Schließung

Zwickau.

Als Menschen schätzen Kathrin Brandt und Lothar Beier einander. Geschäftlich stehen sich die ehemalige Betreiberin des Hotels im Gasthof Mädler im Zwickauer Stadtteil Oberhohndorf und der Besitzer der Immobilie jedoch unversöhnlich vor Gericht gegenüber. Im September 2016 hatte Brandt das Hotel geschlossen, nachdem das Bauordnungsamt für einen Teil der Zimmer eine Nutzungsuntersagung ausgesprochen hatte. "Mündlich und gleich vor Ort weil Menschen in Gefahr waren", sagte am Montag Amtsleiter Thomas Freitag. "Eine Schließung des Hotels wurde jedoch nicht ausgesprochen", betonte er. Kathrin Brandt hatte daraufhin Lothar Beier auf Zahlung von 128.000 Euro Gewinnausfall verklagt. Beier, der den Gasthof 2008 gekauft hatte, sieht das anders. Er geht davon aus, dass das Hotel, wenn auch mit Einschränkungen, mit den verbliebenen Zimmern hätte weiterbetrieben werden können. Zudem sei eine Nutzungsuntersagung nur schriftlich und mit Widerspruchsbelehrung gültig, teilt er in Richtung Amt aus. "Wir hatten Frau Brandt auch eine geringere Pacht angeboten". Kathrin Brandt bestätigt die Gespräche zwar, ein Hotel mit vier Zimmern sei jedoch vollkommen unwirtschaftlich. Uneinigkeit auch beim gesperrten Dachgeschoss. Während Beier sagt, dass ein Bauantrag eingereicht wurde, der nur wegen der Hotelschließung zurückgezogen wurde, habe er Brandt gegenüber einen Umbau als unwirtschaftlich bezeichnet.

Richter Roy Eckhardt konnte sich einen Hotelbetrieb mit vier Zimmern auch schlecht vorstellen. Daher könne es sein, dass die Kündigung rechtens war. Ob und welcher Höhe der Klägerin ein Ausgleich zusteht, dazu wollte er sich nicht äußern. Das müsse ein Gutachter prüfen. Beier geht davon aus, dass das Hotel bis zur Schließung nur rote Zahlen geschrieben hat. Am 24. November will der Richter seine Entscheidung bekannt geben.

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