Märchenberg hat jetzt ein Schloss

Vor 60 Jahren hat der Cainsdorfer Schnitzverein erstmals seine beweglichen Figuren der Öffentlichkeit präsentiert. Vor fünf Jahren wurde er zum vorerst letzten Mal gezeigt. Vieles ist seither verändert worden.

Cainsdorf.

Genau 60 Jahre ist es her, dass sich die Figuren auf dem mechanischen Märchenberg der Cainsdorfer Schnitzer erstmals gemeinsam in Bewegung setzten. Seither hat sich viel getan. Erfolgte der Antrieb der kleinen hölzernen Gestalten anfänglich noch über einen einzigen Elektromotor sowie ein ausgeklügeltes System von Transmissionswellen und Schnüren, verfügt inzwischen jede Szene über einen separaten Antrieb. Märchen sind dazugekommen, andere erhielten im Verlaufe der Jahre Verfeinerungen.

Der 81-jährige Schnitzer Gunter Weiß hat die Entwicklung des Berges über all die Jahre mitverfolgt und selbst viele Stunden daran gearbeitet. "Ich bin 1957 in den Verein eingetreten und durfte so auch miterleben, wie unser Märchenberg zwei Jahre später erstmals gezeigt wurde. Es waren Massen, die damals in den Gasthof ,Goldene Höhe' strömten", erinnert er sich. Mit den Jahren wuchs der Berg Stück für Stück in das frühere Vereinszimmer in der ehemaligen Cainsdorfer Grundschule hinein. 2012 war er dort das vorerst letzte Mal zusehen. Denn mit dem Aus für die Schule und dem Verkauf des Gebäudekomplexes mussten sich auch die Schnitzer auf die Suche nach einem neuen Domizil machen. Als Lösung bot sich das ehemalige Turnerheim an. Das Problem: Die Grundrisse der dortigen Räume und der Umstand, dass es trotz sorgsamen Arbeitens beim Abbau der Märchenberg nicht ganz unbeschadet blieb, veranlassten die Cainsdorfer Schnitzer letztendlich dazu, den Berg neu zu gestalten. Was dabei herausgekommen ist, davon können sich die Besucher der in wenigen Tagen beginnenden Schnitzausstellung selbst ein Bild machen. Nicht nur das neue Hintergrundbild, auch etliche der 24 Märchen präsentieren sich in überarbeitetem Gewand. Ganz neu ist das Fantasieschloss. "Das Gebäude als solches ist so weit fertig, jetzt arbeiten wir an den märchenhaften Bewohnern. Dornröschen ist schon eingezogen. Rapunzel, König Drosselbart und Aschenputtel sollen folgen. Aber es dauert natürlich alles seine Zeit", sagt Gunter Weiß. Neben ihrem Gemeinschaftsprojekt Märchenberg sowie den Streichen von Max und Moritz zeigen die Cainsdorfer Schnitzer auch diesmal wieder eine Vielzahl individueller Arbeiten. Klassische erzgebirgische Volkskunst wir ebenso zu sehen sein, wie das eine oder andere kleine Kunstwerk, das mit einem schel- mischen Augenzwinkern daherkommt. Komplettiert wird die Schnitzausstellung durch das Mitwirken der Klöppelfrauen aus Rottmannsdorf. Sie haben für die Ausstellung nicht nur viele neue Exponate ausgesucht, sondern lassen sich bei der Arbeit auch über die Schultern blicken.


Die Schnitz- und Klöppelausstellung findet vom 4. bis 19. Februar im ehemaligen Turnerheim, Wilkauer Straße 56 in Cainsdorf, statt. Geöffnet ist täglich von 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt für Erwachsene kostet 3 Euro. Kinder erhalten freien Zutritt.

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