Märchenhaftes in Priesterhäusern

Die Weihnachtsausstellung ist eröffnet: Das Museum lädt zum munteren Märchenraten ein. Doch nicht nur Kinder dürften dabei ins Grübeln kommen.

Zwickau.

Aus dem Schornstein der alten Hütte kriecht watteweicher Rauch. Nur der Gast im Bett in der großen Kammer verrät, um welches Märchen es sich handelt. Dort schnarcht ein Wolf. Das 68 Jahre alte Märchenhaus des Langenbachers Willi Hoyer gehört zu den Besonderheiten der diesjährigen Weihnachtsausstellung in den Zwickauer Priesterhäusern, die am Samstag im Beisein von zahlreichen Familien und Museumsfreunden eröffnet wurde. Das Klarinettentrio unter der Leitung von Frank Klüger musizierte.

Hoyer ist - wie auch Kulturamtsleiter Michael Löffler - einer von 20 Leihgebern, die zur Vielfalt dieser Ausstellung beigetragen haben. "Es war einmal ... Weihnachten im Märchenland" ist deren Titel. Mehr als 300 Objekte sind zu sehen, darunter Zinnfiguren, Spiele, Marionetten, Puzzle, Märchenhäuser, Briefmarken, Adventskalender, Schnitzereien und Porzellan. Gleich zu Beginn laden die Scherenschnitte der Zwickauerin Ursula Eckardt zum Märchenraten ein. Die ältesten Ausstellungsobjekte sind über 120 Jahre alt. Es sind Papiertheaterfiguren.

In einigen Modelle erwacht auf Knopfdruck Leben: etwa im 1960 entstandenen Sägewerk. Da beginnt sich ein Wasserrad zu drehen, ein Arbeiter spaltet Holz mit der Axt, ein anderer trennt es mit der Kreissäge. Im Vordergrund bearbeiten zwei Männer die großen Stämme. In der benachbarten Schmiede geht es per Tastendruck ähnlich lebendig zu. In der hinteren Ecke des Ausstellungsbereiches ist Spielen erlaubt: Dort steht ein Puppentheater mit Kasperpuppen. Und immer zur halben und vollen Stunde setzen Museumsmitarbeiter das seit Jahren zur Weihnachtsausstellung gehörende Stufenbahnkarussell aus dem Jahre 1936 in Gang.

Ein Märchen-Quiz rundet die Ausstellung ab. Besser gesagt zwei: eines für Kinder und eines für Erwachsene. Wer nicht weiß, welche alte Dame einen Jüngling vernaschen will oder welcher Edelmetallarbeiter überhöhte Lohnanforderungen stellt und anonym bleiben will, sollte die Finger davon lassen.

Familie Uhlemann aus dem Stadtteil Eckersbach gehört zu den Stammgästen der Weihnachtsausstellungen des Museums und freut sich schon jedes Jahr auf die Eröffnung. Die vierjährige Nela ließ sich von ihren Brüdern Lion und Luca durch die Ausstellung führen - vorbei an einer furchterregenden Hexe, die mit ihrem räudigen Kater vorm Knusperhaus auf neue Opfer lauert.

Die Weihnachtsausstellung ist bis Sonntag, 6. Januar in den Priesterhäusern am Domhof zu sehen. Geöffnet Dienstag bis Sonntag, an Feiertagen 13 bis 18 Uhr (Schließtage: Heiligabend, Silvester), Eintritt: Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Extra-Programm: 8. Dezember, 17 Uhr und 19. Dezember 2018, 16 Uhr: Öffentliches Kinderprogramm "Reise ins Märchenland"; 14. Dezember, 17 Uhr: Märchenstunde im Museum, (Veranstaltung mit Gebärdendolmetscher); 16. Dezember, 13 bis 17 Uhr: Vorführung Zinngießen.

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