Marienthaler Radweg an Belastungsgrenze

Ein Radweg soll rund um die Zentralhaltestelle führen. Doch das Vorhaben trifft nicht überall auf großes Interesse.

Zwickau.

Die Stadt Zwickau will ihr Radwegenetz ergänzen und dabei die Lücke zwischen dem Ende des Marienthaler Fuß- und Radweges und der gerade neu gebauten Strecke von der Alten Reichenbacher Straße zur Saarstraße schlie-ßen - allerdings vorerst nur theoretisch. Das Tiefbauamt legt dem Bau- und Verkehrsausschuss auf seiner Sitzung am Montag eine Informationsvorlage mit zwei Varianten vor. Bei beiden spielen zwei große Unbekannte eine Rolle. Die eine ist die noch immer ungeklärte Zukunft der Straßenbahntrasse zum Hauptbahnhof, die andere die spätere Nutzung der Zentralhaltestelle.

Eine Variante des Radwegebaus verläuft nach der Vorlage ab dem Marienthaler Radweg entlang der Stiftstraße über die Bahnhofstraße hinweg und dann entlang der Straßenbahnhaltestelle bis zur Alten Reichenbacher Straße. Dazu müssten 1,60 Meter breite Streifen angelegt werden. Als Hindernis werden die Bushaltestellen an der Stiftstraße gesehen. Zudem müssten Teile der Parkplätze an Markthalle, in der ein Einkaufsmarkt untergebracht ist, dem Radweg zum Opfer fallen. Auch die Überquerung der Bahnhofstraße wird mit einem Gefahrenpotenzial beschrieben.

Trotz höherer Kosten wird daher die sogenannte Variante 3 mit Überquerung der Stiftstraße, entlang des Schocken-Areals und schließlich auf dem Gelände der Zentralhaltestelle entlang der Humboldtstraße bis zum bestehenden Radweg als Vorzugsvariante ausgegeben. Die Trasse wird allgemein als sicherer angesehen, weil unter anderem die Bahngleise nur einmal überquert werden müssen. Dieser Übergang soll sowohl für Fußgänger und Radfahrer mit einer Ampel geregelt werden. Ein weiterer Vorteil: Sowohl die Spiegelstraße als auch die Crimmitschauer Straße könnten damit später an das Radwegenetz angeschlossen werden. Zudem sei ein bequemer Umstieg in den Bus zumindest derzeit noch möglich. Die Städtischen Verkehrsbetriebe haben sich schon vor zwei Jahren von der Zentralhaltestelle zurück gezogen, sodass dort nur noch Busse ins Umland halten. Die Umrundung der Zentralhaltestelle bietet allerdings nicht nur Vorteile.

Wegen Problemen bei der Straßenentwässerung, kann kein direkter abgegrenzter Radweg jeweils am rechten Fahrbahnrand angelegt werden. Radler müssten sich daher die Strecke mit Autos, vor allem jedoch den Linienbussen teilen. Die Überquerung unter anderem der Bahnhofstraße soll mit einer Ampelanlage geregelt werden. Die Kosten werden mit 854.000 Euro veranschlagt. Etwa 8000 Euro davon sind für den notwendigen Kauf von Grundstücken vorgesehen. Ob und wann diese Variante beschlossen wird, ist ebenso offen wie ein möglicher Baubeginn.

Radler sehen die Streckenführung eher skeptisch, ihnen wäre eine Trasse quer über den Platz am liebsten. Der Zwickauer Fahrradclub (ADFC) hingegen begrüßt die Vorzugsvariante. Seit 30 Jahren führe die einzige legal nutzbare Trasse von Marienthal in die Innenstadt über die Kreuzung an der Mocca-Bar. "Die Sparkassen-Kreuzung darf nach der Beschilderung nicht mit dem Fahrrad befahren werden", sagte Regionalchefin Ute Gubick. Sie warnt jedoch davor, die Fußgänger aus den Augen zu verlieren. Der Marienthaler Fußweg sei rund um die Alten- und Pflegeheime der Bahnhofsvorstadt Aufenthaltsbereich von deren Bewohnern. Familien mit Kindern nutzten den Weg. Dieser Weg vertrage daher keinen spürbaren Zuwachs des Radverkehrs mehr. Mittelfristig sei daher ein lückenloser und leistungsfähiger Radweg zwischen Marienthal und der Innenstadt auf der Marienthaler und Werdauer Straße unumgänglich.

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