Marktschwärmer: Immer mehr Erzeuger machen mit

Längst haben die hiesigen Direktvermarkter das Internet für sich entdeckt. Trotz Online-Shops soll aber der persönliche Kontakt nicht verloren gehen.

Reinsdorf.

Als das Projekt "Marktschwärmer", eine Kombination aus Online-Shop und Bauernmarkt, im April 2017 startete, gehörten ein Bäcker, ein Imker, ein Straußenhof, eine Ziegenkäserei und die Wilden Spezereyen dazu. Inzwischen hat sich die Anzahl der Direktvermarkter auf 23 erhöht - Tendenz steigend.

"Es gibt immer mehr Leute, die ihren Einkauf planen", erklärte Steffi Strobelt aus Reinsdorf, die das Projekt mit aufgebaut hat und gemeinsam mit Heike Schremmer im Nebenerwerb vor allem Fruchtaufstriche aus Wildfrüchten anbietet. Und so funktioniert's: Der Kunde findet im Internet die Angebote, bestellt und bezahlt. Immer mittwochs trifft er sich dann mit den Erzeugern auf einem Markt zur Warenübergabe. Und die findet in der erst im April eingeweihten Landmarktscheune der Firma Reika Reinsdorfer Kraftfutter statt. "Davon haben letztlich alle etwas", betonte Reika-Chef Kai Engelhardt. Denn jene Kunden, die ihre bestellten Waren abholen, würden zumeist auch noch eine Runde in der Landmarktscheune drehen. Dass diese Partnerschaft funktioniert, darüber ist Engelhardt froh. Und das kommt nicht von ungefähr. Denn das Unternehmen Reika, das unter anderem Futter- und Düngemittel sowie Saatgut vertreibt, sowie die Marktschwärmer haben ein Ziel: Sie wollen Verbraucher und Erzeuger der landwirtschaftlichen Produkte noch enger zusammenbringen.

In dem Zusammenhang machte Strobelt nochmals klar, dass während der Verteilaktion die Erzeuger lediglich die bestellten Waren mitbringen. Keiner der Direktvermarkter fahre also mit halb vollen Kisten zurück oder müsse Kunden vertrösten, weil das Gewünschte nicht vorrätig war. Gleichwohl hätten die Direktvermarkter viel Zeit für Gespräche. "Alle Erzeuger sind vor Ort, da läuft nichts anonym. Die Leute können nachfragen, wissen aber letztlich auch, woher die Produkte kommen", erklärte Strobelt. "Ich glaube auch, dass es für mehr und mehr Menschen wichtig ist und wird, regional einzukaufen."

Unterdessen gebe es mehr als 600gelistete Produkte und 1070 registrierte Kunden, die bei den Marktschwärmern in Reinsdorf online auf Einkaufstour gehen. Darunter seien inzwischen auch viele Stammkunden. "Wir haben wöchentlich zwischen 40 und 60 Bestellungen. Das schwankt natürlich von Woche zu Woche", so Strobelt, die zudem auf die zweimal im Jahr - Frühjahr und Herbst - stattfindenden Verkostungen der Marktschwärmer hinweist. "Das ist dann wie ein kleines Volksfest. Da kommen nicht selten Leute, die unsere Angebote testen wollen, bevor sie online bestellen", ergänzte die 55-Jährige. Und die Jüngsten würden erfahren, woher zum Beispiel Milch, Wurst, Brot, Kartoffeln, Obst und Gemüse kommen.

Der Reinsdorfer Bürgermeister Steffen Ludwig (parteilos) unterstützt das Projekt: "Ich sehe darin eine Erweiterung zu den bestehenden Märkten, die vor allem bei den Spontaneinkäufern beliebt sind", sagte er. Das sieht Strobelt nicht anders, die mit ihren Produkten auch auf Märkten unterwegs ist. "Es ist eine neue Form der Direktvermarktung, die kleinen Manufakturen und regionalen Erzeugern die Möglichkeit eröffnet, ihre Produkte anzubieten", sagte sie. Außerdem sei sie davon überzeugt, dass mit der weiteren Digitalisierung vor allem das Online-Shopping zunimmt. Schließlich ließ sie nicht unerwähnt, dass sich die Direktvermarkter erstmals an der Zwickauer Schlossweihnacht beteiligen. www.marktschwaermer.de

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