Maskierte hebeln Netto-Kasse auf und fliehen mit Geld

Schon wieder hat ein kriminelles Duo abends einen Supermarkt in der Region heimgesucht. Auch wenn diesmal keine Waffe im Spiel war: Der Schock sitzt tief.

Hartenstein.

Kommende Woche hätten die maskierten Täter, die Donnerstagabend kurz vor 21 Uhr den Hartensteiner Nettomarkt heimgesucht haben, vor verschlossener Tür gestanden. Denn ab Montag hat er nur noch bis 20 Uhr geöffnet. Schon diese Tatsache spricht dafür, dass der Ort vorher gut ausspioniert wurde. Auch der Fluchtweg lässt das vermuten. Die Diebe entkamen laut Polizei mit einem schwarzen, hochmotorisierten Supermoto-Motorrad in hoher Geschwindigkeit über die wegen Tiefbauarbeiten gesperrte Lichtensteiner Straße. Dort kann man sich derzeit nur mit einem Zweirad durchschlängeln.

Wie die Polizei berichtet, hatten zwei mit Integralhelmen maskierte Personen kurz vor Ladenschluss den Markt betreten. Gleich rechts nach dem Eingang befinden sich die Kassen, die unbesetzt waren. Mit einem Brecheisen hebelten die Täter die mittlere auf, schnappten sich den Einschub samt Bargeld und verschwanden auf einem Motorrad. Sie erbeutet einen "niedrigen vierstelligen Bargeldbetrag", so die Beamten.

Die Tat weckt Erinnerungen an den Raubüberfall im Juni auf den Penny-Markt in Mülsen. Auch dort waren die Räuber, mutmaßlich ein Mann und eine Frau, abends mit Integralhelm auf den Kopf in den Laden gekommen, hatten eine verschlossene Kasse mit einem Brecheisen geöffnet und einen dreistelligen Bargeldbetrag erbeutet, ehe sie mit einem Motorrad flohen. Allerdings war dort noch eine Reinigungskraft mit einer Waffe bedroht worden, vermutlich einer Maschinenpistole.

Die Hartensteiner Marktleiterin Romy Hartenstein ist entsetzt über die Tat. "Ich habe noch nicht mit den drei Mitarbeitern, die zur Tatzeit Dienst hatten, sprechen können. Aber so etwas zu erleben, muss furchtbar sein", sagt sie und berichtet, dass die Mitarbeiter wahrscheinlich während der Tat im Markt mit anderen Tätigkeiten beschäftigt waren. Die Kassen waren derweil unbesetzt und verschlossen. Auch sie weiß von der Tat in Mülsen und sagt: "Ich hoffe, dass die Polizei diesmal die Täter dingfest machen kann, damit so etwas nicht noch einmal irgendwo in der Region passiert."

Freitagmittag ist der Netto-Markt gut besucht, viele machen ihre Wochenendeinkäufe. Vom Raub haben die meisten schon gehört. Liane Müller sagt: "Auch wenn keine Waffe im Spiel gewesen ist, so etwas zu erleben ist schlimm für das Verkaufspersonal. Und Ute Schaumlöffel meint: "Man hört ja solche Sachen immer mal, aber dass so etwas in unserem kleinen Ort passiert, ist nicht zu fassen."
Polizeisprecher Christian Schünemann sagt, dass der Kriminaldauerdienst noch am gleichen Abend die Ermittlungen aufgenommen hat. Die umfangreichen Fahndungsmaßnahmen, in die auch die Chemnitzer Polizeidirektion einbezogen wurde, blieben aber zunächst ohne Erfolg.

Zeugentelefon: 0375 4284480

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