Mauritius-Brauerei hat neue Besitzer

Der Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH aus Stuttgart und Jörg Dierig gehören jetzt 100 Prozent des Unternehmens. Ein Sprung ins kalte Wasser ist das für keinen der Beteiligten.

Zwickau.

Die Dinkelacker-Schwaben Bräu GmbH & Co. KG Stuttgart und der 49-jährige Jörg Dierig übernehmen rückwirkend zum 1. Januar die Mauritius-Brauerei in Zwickau. Das teilte die Brauerei am Mittwochnachmittag überraschend mit. Die bisherigen Gesellschafter Rainer Otto (63) und Werner Weinschenk (64) übergeben ihr Unternehmen zu 100 Prozent an die neuen Eigentümer. Damit, so die Brauerei, stärke man den Standort Zwickau - und sichere die Zukunft des Unternehmens.

Geschäftsführender Gesellschafter wird mit Jörg Dierig ein erfahrener Fachmann. Er war bisher bei Krombacher, Gerolsteiner und Oettinger beschäftigt und kommt aus Olpe in Nordrhein-Westfalen. Seine neue Aufgabe tritt er am 1.September an, Werner Weinschenk begleitet ihn in den nächsten Monaten noch. "Rainer Otto geht nach 28 Jahren Betriebszugehörigkeit am 31.August krankheitsbedingt in den Ruhestand", teilte die Brauerei mit.

Für die Familienbrauerei Dinkelacker ist der mehrheitliche Einstieg bei Mauritius ein wiederholtes Engagement, denn die Zwickauer gehörten von 1990 bis 2004 komplett zu den Stuttgartern. In dieser Zeit wurde die Brauerei mit erheblichen Investitionen vollständig erneuert. Danach war Dinkelacker, mittlerweile zusammengeschlossen mit Schwaben Bräu, bis 2007 Teil des Inbev-Brauereikonzerns. Otto und Weinschenk, seit dem Jahr 2000 Geschäftsführer, übernahmen die Zwickauer Brauerei bereits 2006 als Gesellschafter und führten diese bis zuletzt.

"Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Jörg Dierig und dem bewährten Team in Zwickau und sind der festen Überzeugung, die Brauerei erfolgreich weiterzuführen, wovon beide Unternehmen profitieren werden", erklärte Christian Dinkelacker, Gesellschafter und Beiratsvorsitzender der Dinkelacker-Schwaben Bräu. Der neue Mauritius-Chef Dierig ließ durchblicken, dass es künftig ein vielfältigeres Sortiment geben könnte. "Durch die Kooperation mit der Familienbrauerei aus Stuttgart wird nicht nur der traditionsreiche Brauereistandort in Zwickau gestärkt", sagte er. Man habe dadurch auch optimale Voraussetzungen, um unternehmensübergreifend Absatzpotenziale zu erschließen und dem zunehmenden Trend zu Bierspezialitäten gerecht zu werden.

Über die Verkaufssumme und die genauen Anteile von Dinkelacker-Schwaben Bräu und Jörg Dierig wurde nach Auskunft des scheidenden Mauritius-Chefs Weinschenk Stillschweigen vereinbart. In Zwickau wird bereits seit etwa 800 Jahren Bier hergestellt. Pro Jahr verlassen derzeit etwa 60 Millionen Flaschen Bier die Mauritius-Brauerei. Vom Ur-Zwickauer über das Jubiläumsbier zum 900. Stadtgeburtstag ("Elf18") bis zum dunklen Bock gibt es insgesamt acht Biersorten.

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