Max-Pechstein-Förderpreis geht erstmals an eine gebürtige Zwickauerin

Zwickau.

Henrike Naumann ist Trägerin des diesjährigen Max-Pechstein-Förderpreises der Stadt Zwickau. Diese Entscheidung hat die Fachjury nach dreistündiger intensiver Diskussion am Dienstagnachmittag getroffen. Das ebenso ausgelobte Stipendium geht an Annika Kahrs. Verliehen werden die Preis am 31. August. Ab Sonntag sind die Werke der beiden Ausgezeichneten sowie der drei weiteren Nominierten in einer Sonderausstellung in den Kunstsammlungen Zwickau Max-Pechstein-Museum zu sehen.

Naumann, Jahrgang 1984 und zugezogene Berlinerin, überzeugte die Jury mit ihrer Inszenierung "DDR Noir. Schichtwechsel", in der sich die Künstlerin eindrucksvoll mit ihrer Herkunft und der eigenen Familiengeschichte auseinandersetzt. Die Beschäftigung mit der Kunst ihres Großvaters Karl Heinz Jakob und damit der Kunst in der DDR - zwischen Förderung und Bevormundung - führt Henrike Naumann zu der Frage nach dem Umgang mit dem Erbe der DDR. "Mit dieser Arbeit setzt sie konsequent und überzeugend ihre jahrelange Auseinandersetzung zu dieser Thematik fort", teilte die Stadt mit. Für Zwickau sei diese Juryentscheidung von besonderer Bedeutung, da erstmals eine junge, aus Zwickau stammende Künstlerin nominiert und mit diesem überregionalen Kunstpreis gewürdigt wurde.


Annika Kahrs, ebenfalls 1984 geboren, lebt und arbeitet in Berlin und Hamburg. Das Stipendium wurde ihr für ihre Klang- und Videoarbeit "the lord loves changes, it's one of his greatest delusions" verliehen. Die Arbeit geht auf die Auseinandersetzung mit dem Werk des afroamerikanischen Komponisten, Musikers und Performers Julius Eastman (1940-1990) zurück, der seine minimalistischen Kompositionen mit politischen, ökonomischen und religiösen beziehungsweise spirituellen Aussagen verknüpft hatte.

Der Förderpreis ist mit 5000, das Stipendium mit 3000 Euro dotiert. Insgesamt drei Künstlerinnen, ein Künstler und ein Künstlerduo waren nominiert worden. Benannt ist der Preis nach einem der bedeutendsten Söhne der Stadt: dem expressionistischen Maler Max Pechstein (1881-1955). Der Preis wird zum neunten Mal verliehen; 1995 war er das erste Mal vergeben worden. (sf)

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