Mehr Straßensanierungen gefordert

Die CDU-FDP-Fraktion im Zwickauer Stadtrat würde gern mehr Straßendecken in Ordnung bringen lassen.

Zwickau.

Das Zwickauer Straßennetz sorgt im Stadtrat regelmäßig für Ärger. Die CDU-FDP-Fraktion hat nun beantragt, im laufenden Jahr zusätzliche 500.000 Euro für die Instandsetzung von Straßen freizugeben. Der Antrag soll auf die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung Anfang Februar gesetzt werden. Finanziert werden soll das Vorhaben durch geringere Ausgaben bei der Kreisumlage, die entgegen aller Erwartungen nicht erhöht worden war.

Die Fraktion nennt ihren Vorstoß eine "deutliche politische Prioritätensetzung". Demnach sei der größte Teil des Straßennetzes mangelhaft zu bewerten. 2019 seien in Zwickau nur 0,32 Prozent der Straßen grundhaft ausgebaut und bei nur 0,22 Prozent sei eine Deckensanierung durchgeführt worden. Um einen guten Straßenzustand zu erreichen, müssten den Angaben zufolge jährlich 2,5 Prozent des Netzes saniert werden.

Ungeachtet des CDU-Vorstoßes sind für 2020 grundhafte Erneuerungen von mehreren Straßen vorgesehen. Das betrifft im Einzelnen die Gutenbergstraße zwischen Antonstraße und Marienthaler Straße, die Angerstraße, die Frühlingsstraße im dritten Bauabschnitt, die August-Schlosser-Straße sowie der Reuterweg. Die größten angesetzten Maßnahmen sind die Thurmer Straße für knapp 1,5 Millionen Euro und die Hilfegottesschachtstraße mit 750.000 Euro Baukosten. Reine Sanierungen der Straßendecken sind geplant auf der Reichenbacher Straße stadtauswärts und auf der Bockwaer Kohlenstraße. Darüber hinaus befinden sich zahlreiche Vorhaben in der Planung, darunter die Olzmannstraße, der Abschnitt der Leipziger Straße zwischen Pölbitzer und Dorotheenstraße und die Bürgerschachtstraße.

Welche zusätzlichen Straßen von der 500.000-Euro-Spritze angegangen werden könnten, ist unklar. Ob das Geld reicht, mehr als vereinzelte Schlaglöcher zu stopfen, ebenfalls. Das Zwickauer Straßennetz ist rund 370 Kilometer lang, die Mängelliste ist ebenfalls umfangreich. Allein für den Unterhalt sind im Haushaltsplan 1,5 Millionen Euro für das Jahr 2020 eingeplant.

Die CDU-FDP-Fraktion ist nicht die einzige Kraft im Stadtrat, die sich für Straßenbau stark macht. Im Wahlkampf hatte auch die Linke mehr Geld für Bau und Unterhaltung gefordert. Fraktionsgeschäftsführer Sven Wöhl will sich dennoch nicht vorbehaltlos dem Unionsantrag anschließen. "Wir sind immer dafür, den Zustand der Straßen in Zwickau zu verbessern", sagt Wöhl. "Zu hinterfragen ist jedoch die finanzielle Situation." Sprich mit dem eingesparten Geld ließe sich aus seiner Sicht möglicherweise sinnvoller wirtschaften.

Wegen der abgeblasenen Kreisumlagenerhöhung ist in diesem Jahr etwas mehr Geld zum Verteilen da als sonst. Laut Stadtverwaltung sind dadurch 1,3 Millionen Euro freigeworden.

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