Mehrgenerationenhaus kostet mehr

Das ehemalige Rentamt vor dem Wildenfelser Schloss drohte zu verfallen. Die Sanierung macht mehr Arbeit als gedacht. Trotzdem soll Ende 2017 neues Leben einziehen.

Wildenfels.

Eigentlich sollte das Dach auf dem Haus Schlossstraße 4 in Wildenfels bereits vor Weihnachten fertig sein. Doch bei der Sanierung zeigte sich, dass viel Holz im Dachbereich und den Zwischenböden morsch und verfault war. "Wir hätten einfach einen neuen Dachstuhl draufsetzen können, das wäre schneller gegangen und billiger gewesen. Aber zur denkmalgerechten Schönheitskur für das Gebäude aus dem 18. Jahrhundert gehört auch, möglichst viel der alten Bausub-stanz zu erhalten", sagte Bürgermeister Tino Kögler (parteilos) bei einem Rundgang mit den Mitgliedern des Stadtrates durch das Haus. Bisher ist etwa eine halbe Million Euro für die Schönheitskur vorgesehen. Doch schon jetzt ist klar, dass diese Summe nicht ausreicht. 80Prozent der Aufwendungen fließen als Denkmalschutz-Fördermittel.

Die Gauben im Dach sind erhalten worden. Es gibt nur eine kleine Veränderung: Die mittlere Gaube zur Straße hin ist jetzt etwas größer. "Mit einem Maß von 90 mal 120 Millimetern dient sie künftig als Rettungsgaube", erläuterte Kögler, der den Räten auch die Vollholzdecke zum Dachgeschoss zeigte, in der viel morsches Material ersetzt werden muss.


Eine weitere böse Überraschung: Kürzlich wurde der Hausschwamm in einer Wand entdeckt. Aber seine Ausbreitung habe sich zum Glück in Grenzen gehalten. Die Stelle ist inzwischen neu aufgemauert worden. Im hinteren Bereich ist das Dach schon neu gedeckt worden. Jetzt folgt die Straßenseite. Die Befestigungen für die Schneefangzäune sind schon angebracht.

Damit auch Rollstuhlfahrer ohne Probleme in das künftige Mehrgenerationenhaus gelangen können, wird künftig eine Rampe zum Eingang führen. Im Inneren wird ein Fahrstuhl eingebaut, der die beiden unteren Etagen verbindet. Im Dachgeschoss, das nur über eine Treppe zu erreichen sein wird, sind Büro- und Lagerräume geplant.

Trotz der Zeitverzögerungen ist der Bürgermeister optimistisch, dass der Verein "Kinderidylle", der das Mehrgenerationenhaus seit Jahren in Härtensdorf betreibt, zum Jahresende in die Schlossstraße 4 umziehen kann. "Mit dem Umzug hierher rückt die Einrichtung ins Stadtzentrum und bekommt bessere Arbeitsbedingungen. Gleichzeitig gibt es damit eine sinnvolle Nutzung des seit Jahren leer stehenden Gebäudes, das wir nicht dem weiteren Verfall preisgeben wollten", sagte er.

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