Metallbrücke soll in zehn Jahren endgültig ausgedient haben

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Und noch ein Viadukt auf Abruf: Die Bahn muss das Bauwerk über die Reichenbacher Straße in Zwickau erneuern.

Zwickau.

Die Deutsche Bahn AG will noch in diesem Jahrzehnt die Eisenbrücke über die Reichenbacher Straße durch einen Neubau ersetzen. Das teilte eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage mit und bestätigte dabei Angaben des Leiters des Tiefbauamtes der Stadt Zwickau, Thomas Pühn. Pühn hatte bereits im Jahr 2017 anlässlich eines Stadtspazierganges auf den Zustand der Brücke aufmerksam gemacht. "Derzeit befindet sich das Bauvorhaben in der Vorplanung", sagte seine Bahnsprecherin. Konkrete Angaben zum künftigen Viadukt und Bauabläufen seien daher derzeit noch nicht möglich, aber: "Nach dem aktuellen Terminplan sollen die Arbeiten in der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre ausgeführt werden."

Die Mitte der 1920er-Jahre erbaute und zwischen dem Zwickauer Hauptbahnhof und dem Haltepunkt Schedewitz gelegene Stahlbrücke über die Reichenbacher Straße ist nicht nur in die Jahre gekommen, sie weist auch Korrosionsschäden auf. Diese werden irgendwann zu Schäden am Bauwerk führen und nach Angaben der Bahn eine dauerhafte Belastung durch Züge nicht mehr zulassen. Soweit will es die Bahn jedoch nicht kommen lassen und das Bauwerk vorher austauschen. "Derzeit werden Vermessungen durchgeführt und Baugrundgutachten durchgeführt", sagte eine Sprecherin. Ebenso werden neben der Zwickauer Stadtverwaltung auch Abstimmungen mit weiteren Beteiligten geführt. Dabei werden verschiedene Varianten entwickelt. Denkbar sei eine Spannbetonbrücke, aber auch eine Brücke mit einem Bogenaufbau, ganz ähnlich wie bei der Überquerung derselben Bahnlinie an der Planitzer Straße.

Die Stadt Zwickau hat durchaus ein eigenes Interesse am Umbau. Sie würde gern die Reichenbacher Straße zwischen Bürgerschachtstraße und Straße Am Bahnhof verbreitern und dabei unter anderem auf jeder Seite einen Radweg anlegen. Daher wird sich das Rathaus entsprechend an den Kosten beteiligen, wie Amtsleiter Pühn bereits angekündigt hatte. Die Bahn lehne dieses Vorhaben nicht grundsätzlich ab, heißt es. Endgültig festgelegt werden müsse das jedoch in einer Eisenbahn-Kreuzungsvereinbarung. Zu den Gesamtkosten für die Baumaßnahme konnte die Bahn derzeit noch keine Angaben machen. Die Kostenschätzungen seien erst nach Vorlage der ersten Planungen möglich.

Ob und falls ja wie die Strecke während der Bauzeit befahren werden kann, ist unklar. Die Bahn macht dazu derzeit ebenso keine Angaben wie zur voraussichtlichen Dauer der Baumaßnahme. Über die Metallkonstruktion fahren derzeit die Züge der Erzgebirgsbahn nach Johanngeorgenstadt und zum Zwickauer Hauptbahnhof sowie die Züge der Vogtlandbahn in Richtung Zwickau Zentrum und zurück zum Hauptbahnhof. Denkbar ist ein Brückenbau in zwei Teilen mit jeweils einer eingleisigen Streckenführung, heißt es. Im ungünstigsten Fall müssen die Zugverbindungen langfristig durch Busse ersetzt werden.

Die Brücke ist Bestandteil der Eisenbahnlinie Zwickau-Schwarzenberg, die nach dreijähriger Bauzeit am 11. Mai 1858 eingeweiht wurde.

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