Millionenschweres Forschungsprojekt angelaufen

Seit November wird an einem Vorhaben zur Energiewende gearbeitet. Ein erster Wasserstandsbericht zeigt: Noch steckt man in der Anfangsphase.

Zwickau.

22 Millionen Euro beträgt das Gesamtbudget für das Forschungsvorhaben "Zwickauer Energiewende demonstrieren" (ZED), und wahrscheinlich deshalb sahen sich die Verantwortlichen veranlasst, fünf Monate nach dem Auftakt eine Pressekonferenz einzuberufen. Allein: Allzu viel Zählbares ist noch nicht passiert. Die Arbeiten konzentrierten sich bisher auf Vorbereitungen, Berechnungen und die Erhebung von Daten, zudem ging eine Internetseite ans Netz. Auf konkrete Nachfragen musste Hochschulprofessor Tobias Teich, der federführend für das Projekt verantwortlich ist, mehrfach um Geduld bitten. "Wir wissen es einfach noch nicht", sagte er am Dienstag öfter.

Dabei ist ZED nicht nur nach dem Volumen von 22 Millionen Euro, Fördermittel und Gelder städtischer Unternehmen, ein bemerkenswertes Vorhaben, sondern auch vom Anspruch her. Das laut Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU) bundesweit einmalige Projekt könne wegweisend für die Energiewende in ganz Deutschland sein. "Wir betreten völliges Neuland", sagte sie. Ziel ist, Wohnquartiere mit Energie zu versorgen, ohne dass dabei Kohlenstoffdioxid ausgestoßen wird. Nur ist bislang noch offen, mit welcher technischen Lösung man das erreichen will. Daher bleibt bisher vieles vage. Ende 2020 will man gemeinsam mit den beteiligten Unternehmen entscheiden, ob all die Überlegungen blanke Theorie bleiben, oder ob man sie baulich in die Tat umsetzt. Dafür sind bestimmte Quartiere im Stadtteil Marienthal ausgesucht worden. Noch verändert sich für die Bewohner nichts. Perspektivisch, so sagte Koordinator Sven Leonhardt, müsse man mit Bewohnern erörtern, ob sie auch bereit wären, die Folgen für bezahlbare Energie zu tragen. Man rede letztlich von der Frage, ob Bürger sowie Wohnungsbaugesellschaften nahe liegende Windräder oder Solarfelder in Kauf nehmen würden. Das solle in diesem Jahr in Konferenzen mit Anwohnern unverbindlich erörtert werden. Baubürgermeisterin Köhler ist in dem Zusammenhang besonders wichtig, dass Anwohner keine Angst haben sollen, dass Häuser umgebaut oder Straßen aufgerissen werden. Man sei erst am Anfang.

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