Missbrauch: Viereinhalb Jahre Haft

Ein Mann muss ins Gefängnis, weil er sich an seiner Tochter mehrfach vergangen hat. Außerdem muss er 8000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Zwickau.

Ein 33 Jahre alter Mann ist von der Jugendstrafkammer des Landgerichtes Zwickau wegen schweren sexuellen Missbrauchs seiner eigenen Tochter zu einer Freiheitsstrafe zu vier Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Das Gericht sah es nach zwei Verhandlungstagen als erwiesen an, dass sich der Angeklagte in acht Fällen in seiner Wohnung an dem damals sieben Jahre alten Mädchen vergangen hat. Vor Gericht hatte der gelernte Kaufmann, der derzeit für eine Zeitarbeitsfirma tätig ist, den Missbrauch zwar zugegeben, die tatsächlichen Umstände jedoch erst nach und nach offenbart.

Das Gericht konnte sich erst über mehrere Teilgeständnisse ein gesamtes Bild von den Ereignissen machen. Demnach hatte er das Kind ab Januar 2019 über mehrere Monate hinweg mehrfach missbraucht. Zunächst allerdings hatte er dem Gericht erklären wollen, dass es dabei nur beim Versuch geblieben war. Erst als ihm der Richter die Aussage des Mädchens vorgehalten hatte, wonach es weh getan habe, lenkte er ein und gab nach einigem Zögern Vergewaltigungen zu. Dazu hatte er stets das mit seiner Tochter gewährte Umgangsrecht genutzt.

2014 hatte sich seine Frau nach einjähriger Ehe von ihm getrennt. Seitdem, so sagte der Angeklagte, sei das Umgangsrecht "sehr dynamisch" gehandhabt worden. Seine Ex-Frau, die unter Tränen aussagte, hatte, nach eigenen Angaben von dem Missbrauch nichts mitbekommen. Erst während eines Urlaubs habe ihre Tochter sich ihr völlig überraschend anvertraut, worauf Anzeige erstattet wurde. Allerdings sei ihr aufgefallen, dass ihre Tochter tagelang nicht zur Toilette gehen wollte und sehr schlecht geschlafen habe, konnte sich das damals jedoch nicht erklären. Noch heute, so sagte die Mutter, sei die Tochter in psychiatrischer Behandlung.

Das Geständnis bewahrte das Mädchen vor einer erneuten Aussage vor Gericht. Immerhin erfuhren die Richter noch, dass sich die Siebenjährige gegen Oralverkehr gewehrt habe. Warum er sich an seiner eigenen Tochter verging, konnte der Mann nicht erklären. "Ich habe das alles verdrängt", sagte er aus. Entweder überkam ihn das Bedürfnis beim Fernsehen, wobei er betonte, keine Pornofilme im Beisein der Tochter angesehen zu haben, oder in der Badewanne. Auch äußerte er sich nur sehr ungenau zu der Frage des Vorsitzenden Richters Klaus Hartmann, wie denn die Tochter auf seine Handlungen reagiert habe. "Ich weiß es nicht mehr", sagte er dazu. Später auf weitere Nachfragen: "Sie hat bestimmt geweint."

Neben der Haftstrafe wurde der Angeklagte dazu verurteilt, an seine Tochter 8000 Euro Schmerzensgeld zu zahlen. Das ist das Ergebnis eines Vergleiches im anhängigen Adhäsionsverfahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Angeklagte kann Revision gegen die Entscheidung einlegen.

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