Mitarbeiter verzichten auf Geschenke

Das Team der Zimmerei Reinhardt aus Oberwiera beteiligt sich bereits über Jahre an der Aktion "Leser helfen". Diesmal unterstützt es gleich Projekte für behinderte Kinder.

Zwickau/Oberwiera.

Eine Weihnachtsfeier gehört bei dem fünfköpfigen Team der Oberwieraer Zimmerei Klaus Reinhardt traditionell zur Adventszeit. Früher gab es bei der Zusammenkunft auch für alle Mitarbeiter Geschenke. In den vergangenen Jahren nicht mehr. Das hat einen guten Grund. Zimmerermeister Klaus Reinhardt berichtet, dass er sich gemeinsam mit seinen vier Mitarbeitern entschieden hat, keine Geschenke mehr zu kaufen und stattdessen das Geld innerhalb der "Freie Presse"-Aktion "Leser helfen" für Menschen zu spenden.

"Uns geht es allen gut", sagt Zimmermeister Klaus Reinhardt. "Ich habe eine Tochter und zwei gesunde Enkel. Aber wie die Aktion zeigt, gibt es in unserer Region Familien, die Hilfe brauchen. Ich glaube, dort ist das Geld besser angelegt." Reinhardt berichtet, dass seine Firma bereits seit fast 25 Jahren besteht. Das Auftragsspektrum reicht vom Carport bis zum Dachstuhl. Auch im Denkmalschutz ist der Betrieb aktiv. Dieses Jahr beispielsweise bei der Erneuerung des Niederwieraer Kirchturms.

250 Euro hat das kleine Team in der Aktion "Leser helfen" für die Zwickauerin Claudia Döhler und ihren achtjährigen Freddy überwiesen. Der Junge erlitt durch einen Sauerstoffmangel bei der Geburt einen Hirnschaden, der zu mehreren Behinderungen führte. Freddy spricht nicht, kann nicht laufen, nicht ohne Hilfe sitzen. Aber er lacht gern, ist ein Sonnenschein. Weil das Auto, mit dem Claudia Döhler ihren Sohn im Rollstuhl zur Schule und zu Therapien zu fährt, schon 16 Jahre alt ist und gut 200.000 Kilometer auf dem Buckel hat, braucht sie dringend ein neues. Das muss umgebaut werden, damit der Rollstuhl ein- und ausgeladen werden kann, und kostet 45.000Euro. Eine Summe, die die Frau nicht allein stemmen kann.

Sie freut sich riesig, dass es Menschen wie Klaus Reinhardt und seine Kollegen gibt, die ihr helfen, die Summe zusammenzubekommen. Fast 17.400 Euro haben Leser bereits in den ersten beiden Wochen seit dem Start der Aktion für das Auto gespendet. Und jeden Tag spenden weitere Leser, die den Döhlers helfen wollen, rückt der Traum vom neuen Auto ein Stück näher.

Der Oberwieraer berichtet, dass die Firma nicht nur die 250 Euro für Freddy gespendet hat, sondern weitere 300 Euro für den zwölfjährigen, schwerst mehrfach behinderten Tim aus Zschopau, für dessen Transport im Rollstuhl ebenfalls dringend ein Auto benötigt wird.

Auch der Spendenstand für einen Garten, den sich die Kinder der Wohngruppe in Planitz vom Zwickauer Kinderhausverein sehnlichst wünschen ist weiter gestiegen. Die ersten gut 6000 Euro sind bereits für das Projekt, das nächstes Jahr umgesetzt werden soll, zusammengekommen. Insgesamt werden 15.000bis 20.000 Euro benötigt. (mit sth)

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