Nach Feuer: Sportler sucht neue Räume

Der Eigentümer hält am Wiederaufbau des Brandhauses in Zwickau fest. Noch ist unklar, welchen Sachschaden die Flammen verursacht haben.

Zwickau.

Eines macht Erik Gläser sicher nicht: den Kopf in den Sand stecken. Der Fitnesstrainer, der nach dem Brand des gemieteten Sportstudios an der Max-Pechstein-Straße in Zwickau seine Existenzgrundlage verlor, ist zwar noch schockiert und traurig, er blickt aber bereits wieder nach vorn. Seine Frau hat indes ein Spendenkonto eingerichtet.

Den Brand des Daches am Montagnachmittag hatte eine Dachdeckerfirma verursacht, die dort mit Schweißarbeiten beschäftigt war. 60 Retter waren im Einsatz, am Mittwoch wurden die letzten Straßenabsperrungen beseitigt.

Gläser, der noch am Montagvormittag selbst in dem 100 Quadratmeter großen Fitnessstudio trainierte und gegen Mittag nach Hause ging, sei vom Vermieter über das Feuer informiert worden. "Natürlich war ich in dem Moment fassungslos. Mich beschäftigte danach nur eine Frage: Wie geht es weiter?" Immerhin habe er eine Verantwortung gegenüber seiner Community. Jenen Leuten, denen er im Training stets predigt: "Immer vorwärts schauen!"

Und genau das macht auch der 30-jährige Sportler, der bereits in der kommenden Woche wieder loslegen will. "Ein paar Räume habe ich mir schon anschauen können", sagt der Zwickauer, der aus dem erzgebirgischen Oelsnitz stammt. Noch sei aber unklar, wo er genau vorübergehend seine Zelte aufschlägt. "Vielleicht finden wir auch etwas Größeres", ergänzt Gläser, der Leute trainiert, "die nicht ins normale Fitnessstudio gehen wollen". Er nennt es Personal-Group-Training - quasi individuelles Gruppentraining mit bis zu acht Personen - vom Auszubildenden bis zum Banker, von Jung bis Alt. Und obwohl Gläser betont, dass "Qualität ihren Preis hat", seien seine Angebote bezahlbar. Da sein Konzept aufging, hatte er sich im September vergangenen Jahres mit dem Fitnessstudio selbstständig gemacht - und dessen Gestaltung seine persönliche Note aufgedrückt. So sei einiges in Handarbeit entstanden.

Doch das liegt nun in Schutt und Asche. Immerhin war ein Teil des Daches eingebrochen. So sei zudem durch das Löschwasser das komplette Equipment wie Medizinbälle und Sandsäcke zerstört worden. Auch die Eisenhanteln und olympischen Langhanteln seien kaum noch zu gebrauchen. Während sich Gläser gegenwärtig kaum vorstellen kann, in den Flachbau zurückzukehren, hält Hausbesitzer Ullrich Findeklee am Wiederaufbau des Gebäudes fest. Dem Eigentümer zufolge hat der Gutachter am Mittwoch das Brandhaus genauer unter die Lupe genommen. "Dessen Expertise wird aufzeigen, was uns der Wiederaufbau des Gebäudes kostet", so Findeklee. "In den nächsten Wochen und Monaten wird das Brandhaus dann zur Baustelle."

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