Nach Sieg: Schmerzen sind wieder da

Rennfahrer Max Enderlein hat einen wichtigen Titel geholt. Ein Schlüsselbeinbruch machte ihm aber auch danach noch zu schaffen.

Hockenheim/Hohenstein-Ernst-thal.

Alles sah über die Saison 2018 so gut für Max Enderlein in Sachen Titelgewinn in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft aus. Fünf der ersten acht Rennen hatte der 21-jährige Hohenstein-Ernstthaler gewonnen und zudem zwei weitere Male auf dem Podest gestanden. Zur vorletzten Station reiste er mit beruhigenden 57 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten nach Assen und hätte schon dort den "Sack zumachen" können. Doch ein Sturz und ein infolgedessen gebrochenes Schlüsselbein machten diesen Plan zunichte.

Zwar wurde dieses operiert und mit einer Metallplatte und Schrauben fixiert, doch der Punktevorsprung war knapp drei Wochen vorm Showdown in Hockenheim letzte Woche fast aufgebraucht und die Vorbereitungen nachhaltig gestört. Hinzu kamen mahnende Worte des Arztes. "Der Bruch war noch nicht richtig verheilt", erzählt Max Enderlein. Mit "angezogener Handbremse" bestritt er somit die beiden finalen Rennen, hatte dabei ein wenig Glück, dass sich alle drei seiner Titelkontrahenten im ersten Rennen selbst durch Stürze eliminierten und er mit zwei soliden Fahrten auf die Plätze vier und fünf den Meistertitel perfekt machen konnte. "Es fühlt sich extrem cool an, nach so vielen Jahren im Rennsport Meister zu sein", waren seine ersten Worte, denen er hinzufügte: "Es war mein erster Schlüsselbeinbruch, sodass ich vor dem Wochenende nicht so richtig wusste, ob es halbwegs funktioniert. Ich habe mich auch tatsächlich anfangs schwer getan. Während des ersten Rennens, als die Konkurrenten draußen waren, ist der Druck sogar noch größer geworden, weil man dann anfängt, mehr zu denken. Man denkt an den Titel und verliert dabei die Konzentration auf das Wesentliche. Denken ist beim Motorradfahren immer schlecht." Auch die Fitness befand sich noch nicht wieder auf normalem Niveau. Das zweite Rennen lief dann für Enderlein deutlich lockerer, sodass er es gegen Ende fast ein bisschen genießen konnte. Es reichte für den Titel! "Doch jetzt, wo die ganze Last abgefallen ist, kommen die Schmerzen wieder", so Max Enderlein. "Sicherlich hängt das mit der dreitägigen Anstrengung zusammen, aber bestimmt auch mit dem hohen Adrenalinspiegel."

Nach der Saison ist bekanntlich vor der Saison, doch dazu kann Max Enderlein nur soviel sagen: "Ich habe mich bei Porsche für ein weltweites Großprojekt für die Kundenbetreuung in Sachen Neumodelle beworben und bin unter rund 500 Bewerbern einer von ganz wenigen, die genommen wurden. Dadurch wird mir im nächsten Jahr wahrscheinlich die Zeit für die Rennerei fehlen, aber wenn ich es irgendwie hinbekomme, würde ich das gern parallel dazu weitermachen. Die berufliche Zukunft hat allerdings Priorität."

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