Neue Fahrzeuge für Feuerwehr

Nach fast 16 Jahren ist der Zwickauer Brandschutzbedarfsplan überarbeitet worden. Es sind große Investitionen notwendig.

Zwickau.

Die Berufsfeuerwehr und die 15 Freiwilligen Feuerwehren im Stadtgebiet Zwickau haben in den zurückliegenden 13 Jahren im Durchschnitt alle 2,4 Tage zu einem Brand ausrücken müssen. Das sind zwischen 2006 und 2018 insgesamt 1968 Einsätze. Das geht aus dem neuen Brandschutzbedarfsplan hervor, den der Stadtrat auf seiner Sitzung am 25. April beschließen soll. Das Papier soll den aus dem Jahr 2003 stammenden Plan ablösen.

Zwar konnten die Kameraden ihre Einsätze zu fast 100 Prozent erfolgreich abschließen, doch der Brandschutzbedarfsplan zeigt auch die Schwächen bei der Brandbekämpfung auf. In den kommenden Jahren sind Investitionen in Millionenhöhe erforderlich. Eines macht der Plan deutlich: Ohne die Freiwilligen Feuerwehren wäre der Brandschutz in Zwickau nicht zu bewältigen.

Fahrzeuge: Seit der Wende sind alle aus DDR-Produktion stammenden Fahrzeuge ersetzt worden. Lediglich in Marienthal ist noch ein W 50 (Baujahr 1985) im Einsatz. Doch auch die ehemaligen Neuanschaffungen sind inzwischen in die Jahre gekommen. Im Zeitraum 2020 bis 2024 müssen für 3,1 Millionen Euro 22 neue Fahrzeuge beschafft werden. Außerdem sieht der Plan vor, für jede Wehr einen eigenen Mannschaftstransportwagen zur Verfügung zu stellen. Sieben Wehren haben bisher noch keinen.

Standorte: Grundsätzlich wird an den 16 Standorten festgehalten. Weder sollen neue geschaffen noch bestehende gestrichen werden. Die meisten Gerätehäuser sind bereits saniert und damit in gutem Zustand. Doch auch fast 30 Jahre nach der Wende ist der Sanierungsbedarf hoch. In Marienthal ist noch für dieses Jahr ein Neubau geplant. Kosten: 3,1 Millionen Euro. Wenn der Bau abgeschlossen ist, sollen nach Festlegungen des Rates die Oberhohndorfer Kameraden ein erweitertes und saniertes Gerätehaus bekommen. Gebaut werden muss auch bei der Feuerwehr Zwickau Mitte. Für die Unterbringung eines zusätzlichen Mannschaftstransportwagens fehlt der Platz. Da die Wehr im Überschwemmungsgebiet der Mulde liegt, werden auch Überlegungen angestellt, sie an einem geeigneterem Platz unterzubringen. Auch die Gerätehäuser in Pöhlau und Schneppendorf entsprechen nicht mehr den Anforderungen. Laut Plan "müssen sie künftig an die Standards angepasst werden".

Personal: 472 aktive Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren wurden zum Stichtag 31. Dezember 2018 gezählt. Zum Erreichen der Sollstärke fehlen insgesamt 31 Feuerwehrleute. Das Defizit ist in Marienthal und Planitz am größten. Daher soll weiter für die Feuerwehr geworben werden.

Alarmierung: Die 2006 angeschafften digitalen Meldeempfänger sind verschlissen. Sie sollen ab 2019 ersetzt werden. In die Geräte wird die Stadt 300.000 Euro investieren. Im Rathaus hofft man auf eine 75-prozentige Förderung.


Ideen und Vorschläge, wie die Arbeit der Feuerwehren verbessert werden könnte

Grüne Welle: In den Hauptverkehrszeiten werden die Einsatzfahrzeuge häufig von Ampeln ausgebremst. Die Lösung könnte eine Grüne-Welle-Schaltung ab der Wache Crimmitschauer Straße bis zu den Kreuzungen Bergmannstraße, Marienthaler Straße und Scheffelstraße sein.

Außenstelle: Die Erreichbarkeit könnte zudem eine Gruppenwache der Berufsfeuerwehr in Neuplanitz vorzugsweise an der Stenner Straße erhöhen. Dafür müssten acht Stellen geschaffen werden, die ein Löschfahrzeug und eine Drehleiter besetzen können. Zudem wäre das mit hohen Investitionen verbunden. (nkd)

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