Neue Kräfteverhältnisse in Mülsen

Sechs Parteien und Initiativen sind jetzt im Rat vertreten. Richtig durchstarten können die Neuen von 3GE. Sie haben vier Sitze.

Mülsen.

Der Mülsener Gemeinderat ist bunter geworden. Die neu gegründete Initiative 3GE um Ex-CDU-Mann Jörg Röhner ist mit vier Räten eingezogen. Auch mit am Ratstisch: AfD-Mann Richard Pester. Der Karosseriebaumeister hatte so viele Stimmen (insgesamt 2131) eingeheimst, dass die Alternative für Deutschland sogar drei Sitze hätte belegen dürfen. Doch dafür fehlte der AfD das Personal. Die SPD ist verschwunden. Und auch CDU, Impuls und die Linken mussten Federn lassen.

Nach Pester holte Freie-Wähler Spitzenkandidat Michael Franke die zweitmeisten Stimmen. Er sammelte 1649 Kreuze. Auf die drittbeste Stimmenzahl kam Jörg Röhner mit 775 Stimmen.


Stärkste Fraktion mit acht Vertretern ist und bleibt die der Freien Wähler und der Aktiven unabhängigen Bürger Mülsens. Die konnte mit Petra Hufsky nun zudem eine Frau gewinnen. Auch 3GE war das mit Katja Seidel gelungen. Die dritte Frau, Annett Meier von Impuls, saß schon am Ratstisch und durfte nun wieder einziehen.

Spannend wird sein, wie 3GE agieren wird. Denn klare Mehrheitsverhältnisse, wie sie durch das oft gemeinsame Abstimmungsverhalten von CDU und Impuls in der vergangenen Legislaturperiode vorlagen, gibt es nun nicht mehr. Die Freien Wähler waren bisher trotz ihrer Größe und trotz gelegentlicher Unterstützung durch die Linken in der Minderheit. CDU und Impuls aber haben jetzt nur noch sechs Stimmen.

Ein alter Bekannter aus den Reihen der Freien Wähler taucht in dieser Legislaturperiode bei einer anderen Fraktion auf. Nicht nur Röhner hat die Seiten gewechselt, sondern auch Dieter Unger. Der Landwirt sitzt jetzt für Impuls im Rat.

Mit einem letzten Schlagabtausch gingen Freie-Wähler-Ratsmitglied Eckhardt Knoll und Bürgermeister Hendric Freund (parteilos) zur konstituierenden Sitzung am Montagabend auseinander. Ziemlich beste Freunde waren die beiden nie geworden. Sie lieferten sich gelegentlich harsche Duelle. Als die neuen Ratsmitglieder am Montagabend stehend ihren Eid aufsagen sollten, protestierte Knoll. Er war umgezogen. Da er nun außerhalb Mülsens wohnt, darf er kein Gemeinderat mehr sein. Nach der Vereidigung war denn auch dessen Ablehnung als Ratsmitglied der nächste Tagesordnungspunkt. Knoll akzeptierte all das, murrte jedoch, dass er überhaupt erst zur Sitzung kommen musste - um vereidigt und dann wieder abberufen zu werden. Freund berief sich auf die Gesetzlichkeiten. Knoll akzeptierte letztlich.

Für ihn wird Thomas Plesz nachrücken. Ob der das darf, muss der Gemeinderat mit einem gesonderten Beschluss auf der nächsten Sitzung erst noch entscheiden. Zur "Freien Presse" sagte Diplomingenieur Plesz, der bisher als Ortsvorsteher in Stangendorf ehrenamtlich tätig war, dass er das Ehrenamt auf alle Fälle gern annehmen würde.


Der Bürgermeister 

Hendric Freund (parteilos) ist seit 2006 Bürgermeister von Mülsen. Der 64-jährige Dachdecker hatte zuvor als Gemeinderat in Niclas und ab 1999 in der Großgemeinde Mülsen mitgewirkt. 2017 gab es eine von rechten Kräften unterstützte Initiative, die darauf abzielte, Freund abzuwählen. Ein Bürgerbegehren zu dessen Abwahl scheiterte jedoch. Nicht eine Unterschrift war im Rathaus abgegeben worden. Sein mittlerweile durchgesetzter Vorschlag, die Ortschaftsräte abzuschaffen und das Geld besser den Vereinen zu geben, spaltete das Dorf.upa


Freie Wähler/Aktive, unabhängige Bürger Mülsen 


3GE - Gemeinde gemeinsam gestalten 


Die Linke 


CDU 


Impuls 


AfD 

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