Neue Marktregeln gefallen nicht jedem

14 Uhr soll künftig auf dem Wochenmarkt in Wilkau-Haßlau Schluss sein. Damit wären Werktätige vom Einkauf ausgeschlossen.

Wilkau-Haßlau.

Für Veranstaltungen unter freiem Himmel wie den Wochen- und den Weihnachtsmarkt gelten in Wilkau-Haßlau demnächst neue Regeln. Der Stadtrat beschloss auf seiner jüngsten Sitzung einstimmig eine neue Marktsatzung und brachte damit zumindest einen Teil der Kunden des Wochenmarktes gegen sich auf.

Für Zündstoff sorgen die neuen Marktzeiten. Der wöchentliche Handelstag beginnt wie bisher 8Uhr, endet aber nicht mehr 16 Uhr, sondern schon zwei Stunden früher. Bereits zuvor hatten Besucher, die später von der Arbeit kommen, moniert, ab 14 Uhr nur noch zwei oder drei Händler anzutreffen. "Ich würde gern hier einkaufen", sagte Heidrun Wutzler. Sie hat vor ihrer Weiterfahrt mit dem Bus noch Zeit. "Doch da ist keiner mehr, der mir etwas verkaufen könnte", sagte sie. Die Verkäufer sehen das anders: Es kämen kaum noch Kunden am Nachmittag. "Das ist ja auch kein Wunder, wenn keine Händler mehr da sind", sagte Heidrun Wutzler. Harald Schwarz ergänzte: "Das ist kein Argument. Die Händler sollten sich den Bedürfnissen der Kunden anpassen und nicht umgekehrt." Inzwischen sei das ein Markt für Menschen, die nicht arbeiten gehen, sagte er. Senioren sind tatsächlich meist am Vormittag auf dem Markt anzutreffen. "Mir ist das gleich, ich habe ja Zeit", sagte Sieglinde Peschel aus Cainsdorf.


Sanktionen für Händler, die ihre Stände vor dem Ende der Marktzeit abbauen, enthält die Satzung auch weiterhin nicht. Dabei war die neue Satzung insgesamt viermal und sehr ausführlich in den Ausschüssen beraten worden. Sie ersetzt die Regelung aus dem Jahr 2002, als der Wochenmarkt noch auf dem alten Marktplatz stattfand. "Seitdem haben sich zahlreiche gesetzliche Regelungen geändert", sagte Bürgermeister Stefan Feustel (CDU). Neu ist vor allem eine Kaution, die für mögliche Schäden oder Verunreinigungen entschädigen soll, sofern diese vom Veranstalter nicht selbst beseitigt werden. Auch Händler auf dem Wochenmarkt sind für einen sauberen Standplatz verantwortlich. Die Gebühren für Händler auf dem Wochenmarkt wurden leicht angehoben. "Uns entstehen Unkosten, die gedeckt werden müssen", sagte Feustel. Dafür sei künftig der Energieverbrauch in den Gebühren enthalten. Auch für den Auf- und Abbau wurden klare Regeln formuliert. Es könne nicht sein, das beim Aufbau der Platz eine halbe Woche blockiert ist, ohne dass dafür bezahlt werde. Zuwiderhandlungen sollen künftig verstärkt geahndet werden, im Notfall auch durch Ordnungswidrigkeitsverfahren. Veranstaltungen von Parteien sind auf dem Markt künftig verboten. "Ausgenommen davon sind Infostände", sagte Feustel. Vereine dürfen den Marktplatz auch weiterhin kostenlos nutzen.

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