Neun Künstler - acht Tische

Im Zwickauer Hotel "First Inn" finden regel-mäßig Ausstellungen statt. Jetzt können Gäste in einer "Kunstlounge" auch auf besondere Werke blicken.

Zwickau.

Neun zeitgenössische Künstler haben aus acht alten Edelstahlplatten einzigartige Kunstwerke geschaffen. An denen kann jetzt in der neuen "Kunstlounge" des Hotels "First Inn" am Zwickauer Kornmarkt Platz genommen werden. Jede durch die Künstler geschaffene Tischplatte ist ein Unikat, das die unverwechselbare Handschrift des Künstlers trägt.

Auf die Idee für das außergewöhnliche Kunstprojekt kam Hotelmanagerin Annett Strobel beim Betrachten eines der Kunstwerke des Meeraner Graffitikünstlers Jens Tasso Müller, das auf schwarzem Hintergrund weiße Quallen zeigt. Sie überlegte sich mit Blick auf Gestaltungsmöglichkeiten für die neue Terrasse des Hotels Folgendes: "Wenn wir dazu verschiedene Künstler gewinnen könnten, könnte man Kunst und Genuss miteinander verbinden. Die Gäste, die an solch einem Tisch Platz nehmen würden, könnten bei einem Glas Wein das Kunstwerk ganz genau betrachten."


Tasso, dessen Ausstellung "some new, some old, some other" mit Arbeiten auf Leinwand noch bis zum 5.Juni im Hotel zu sehen ist, war sofort von der Idee begeistert. Und auch Renate Lang, die für den Kunst- und Kulturförderverein Fraureuth die Ausstellungen im "First Inn" organisiert, war Feuer und Flamme für das Projekt. "Ich kenne viele Künstler und könnte mir gut vorstellen, dass viele daran interessiert wären, sich an so einem Projekt zu beteiligen", hatte sie gesagt. Am Ende fiel das Interesse zwar geringer aus als erwartet, aber neun Künstler konnten letztlich gewonnen werden.

So einfach, wie es sich die Hotelmanagerin vorstellt hatte, ist das Bemalen einer Edelstahlplatte nicht. Zuerst mussten sie angeschliffen, grundiert und lackiert werden, und nach dem Bemalen wurden sie noch mit Schutzlack wetterfest gemacht, damit sie im Freien keinen Schaden nehmen. Der Erstentwurf für eine solche Tischplatte, den der Glauchauer Tilmann Röhner angefertigt hatte, ziert jetzt die Titelseite der 24-seitigen Broschüre, die Annett Strobel als Wertschätzung für die beteiligten Künstler herausgegeben hat. Darin sind jedem der beteiligten Künstler zwei Seiten gewidmet. Eine Ausnahme: Mutter und Tochter Ursula und Susanne Seifert haben gemeinsam eine Tischplatte gestaltet und teilen sich somit auch "ihre" beiden Seiten in der Bro- schüre. Auf der einen Seite ist jeweils das Kunstwerk abgebildet, auf der anderen der Künstler oder die Künstlerin. Auch Daten zum Geburtstag und -ort, zum Beruf und zu bevorzugten künstlerischen Techniken sind dort zu finden. Zudem beantwortete jeder drei Fragen: "Was bedeutet Kunst für mich? Was sind drei meiner Erfolgserlebnisse als Künstler? Welchen ersten Gedanken hatte ich beim Gestalten der Tischplatte?"

Die Enthüllung der Kunstwerke vor geladenen Gästen folgte der Einordnung in der Broschüre. Als erste Tischplatte wurde somit die mit Acrylmalerei von Elisabeth Decker aus Zwickau enthüllt. Ihr erster Gedanke beim Gestalten der Tischplatte: "Ich halte es für eine ganz spezielle Idee, Kunst auf diese Weise anschaulich zu machen. Und ich stelle es mir sehr gut vor, an schönen Sommertagen an einem dieser Tische zu sitzen und auf eine ganz originelle Weise mit Kunst konfrontiert zu werden." Nachzulesen ist das auch in der Broschüre, die nun an jedem der acht Terrassentische der "Kunstlounge" ausgelegt ist.

"Ich bin mir sicher: Das Projekt wird Schule machen, und es ist gut so", sagte Annett Strobel zur Eröffnung der "Kunstlounge". Und: Die Hotelmanagerin schmiedet bereits weitere Kunstpläne.

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