Nicht die erhoffte frohe Botschaft zum 90.

Künstlerin Erika Klier hat am gestrigen Mittwoch ihren 90. Geburtstag gefeiert. Ihr größter Wunsch ist bislang noch unerfüllt geblieben.

Zwickau.

Seit Jahren kämpft Christiane Drechsel dafür, dass das von Erika und Edgar Klier geschaffene Wandbild "Lebensbaum", das aus der Aktivist-Brache gerettet wurde, wieder einen würdigen Platz in Zwickau erhält. Die scheidende CDU-Stadträtin hat mit dafür gesorgt, dass das Relief vor dem Abbruch gesichert und im Verwaltungszentrum eingelagert wurde.

"Doch Kunst wird nicht gemacht, um irgendwo weggeschlossen vor sich hinzuschlummern", sagt Christiane Drechsel. "Mein Ziel war es eigentlich, Erika Klier zu ihrem 90.Geburtstag die frohe Botschaft überbringen zu können, dass ein würdiger Platz für den ,Lebensbaum' gefunden worden ist. Das hat leider nicht geklappt." Die beiden Frauen sind sich einig, dass es schön wäre, wenn das Bild wieder eine Wand schmücken würde. "Wenn neue Kitas oder Schulen in der Stadt entstehen oder saniert werden, könnte das Wandbild vielleicht von vornherein in die Planung einbezogen werden", regt Christiane Drechsel an.


Erika Klier, die das Kunstwerk wie viele andere gemeinsam mit ihrem 2015 verstorbenen Gatten geschaffen hat, gefällt diese Idee. "Das wäre schön", sagt sie. Die Zwickauerin ist noch fit und geistig rege. Zu ihrer Geburtstagsfeier empfängt sie die Gäste mit italienischen Opernmelodien in ihrem Haus in Planitz, in dem sie 64 Jahre mit ihrem Edgar verbracht hat. Auch dieses schmücken Keramikbilder. Die Kliers haben darüber hinaus das Bild in der Trauerhalle am Krematorium des Zwickauer Hauptfriedhofs geschaffen, das den Fluss des Lebens zeigt.

Das derzeit eingelagerte 9,50 mal 3,75 Meter große Wandbild "Lebensbaum" war fast 20 Jahre lang der Blickfang im Speisesaal des VEB Strickmode "Aktivist", der 1200 Mitarbeiter zählte. Das Künstlerpaar hatte 1975 mehr als ein Jahr lang daran gearbeitet. Die nach der Sicherung ursprünglich geplante Anbringung im Ubineum (ehemals Erlenbad) war von den neuen Eigentümern abgelehnt worden. Auf Anfrage heißt es jetzt aus dem Rathaus, dass bisher leider noch kein geeigneter Ort für das Wandbild gefunden wurde. Stadtsprecherin Heike Reinke versichert, dass das Thema "Wandbild" immer wieder Gegenstand bei der Planung verschiedener Gebäudesanierungen sei. Die Stadt wolle einen dauerhaften und gebührenden Ort für das Kunstwerk finden. (mit ael)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...