Nun doch kein Platz für Klier-Relief

Die Zukunft des Wandbilds aus der inzwischen abgerissenen Aktivist- Brache hängt weiterhin in der Schwebe.

Zwickau.

Das Ubineum, das lange als neue Heimat für Edgar Kliers bekanntes Wandbild im Gespräch war, hat offenbar dankend abgelehnt. Das jedenfalls legte Finanzbürgermeister Bernd Meyer (Die Linke) auf die Anfrage von Christiane Drechsel (CDU) nahe. Die Gesellschafterversammlung habe entschieden, dass jetzt, wo das alte Erlenbad zum Ubineum umgebaut worden ist, keine Möglichkeit mehr bestehe, das Wandbild nachträglich anzubringen. Meyer verwies zudem auf die Oberbürgermeisterin, die sich in der Sache auch noch äußern solle. Diese Stellungnahme steht noch aus.

Wie es nun mit dem Relief weitergeht, ist anscheinend noch völlig offen. Meyer sagte zwar, es werde nun ein anderer Ort im Stadtgebiet gesucht, allein spruchreif scheint noch nichts zu sein. Die Kacheln blieben bis auf Weiteres im Verwaltungszentrum eingelagert.

Um das Keramikbild gibt es Diskussionen, seit der Abriss der Aktivist-Brache beschlossen wurde. Die 1200 Mitarbeiter in der Strickwarenfabrik kennen es nur allzu gut: Es war früher der Blickfang im Speisesaal des VEB Strickwarenmode. Fast 20 Jahre lang blickten die Mitarbeiter bei jeder Mahlzeit auf die mehr als 100 Kacheln des 2015 verstorbenen Zwickauer Künstlers. Klier hatte 1975 mehr als ein Jahr an dem Werk namens "Lebensbaum" ge- arbeitet. Bevor es aus dem Schutt im Inneren der Brache herausgeholt werden konnte, war es großflächig und mehrfach mit Graffiti besprüht worden.

Die Stadt hatte 2017 offenbar mit der Gesellschaft für intelligente Infrastruktur (GIIZ) besprochen, das Wandbild ins Ubineum bringen zu wollen. Entsprechend äußerte sich jedenfalls das Rathaus gleich mehrfach. Zuletzt sagte OB Pia Findeiß (SPD) Anfang Mai, die Demontage des Reliefs sei dokumentiert worden. "Die einzelnen Teile wurden fachgerecht aufgenommen, gereinigt sowie nummeriert und kartiert." Einem erneuten Anbringen an einem anderem Ort stehe also nichts im Wege. Allein es wird nicht kostenlos passieren. Findeiß zufolge sei ein fünfstelliger Betrag erforderlich, An welcher Stelle auch immer.

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