OB kritisiert rasende VW-Arbeiter

Nach vielen Beschwerden über rücksichtslosen Fahrstil von Schicht- arbeitern schaltet sich die Zwickauer Stadtchefin ein.

Zwickau.

Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) hat an die Beschäftigten des Zwickauer Volkswagen-Werks appelliert, auf dem Weg von und zu der Arbeit rücksichtsvoller zu fahren. Aufgrund der vielen Beschwerden, die regelmäßig in den Ortsteilen über den Fahrstil von VW-Schichtarbeitern geäußert werden, sagte Findeiß während einer Einwohnerversammlung im Ortsteil Mosel, diese Verhaltensweise beschädige das Ansehen des größten Arbeitgebers in der Region und sei darüber hinaus unnötig. Sie kündigte an, für die VW-Betriebszeitung einen Gastbeitrag zu schreiben, in dem sie darauf hinweisen wolle. Das habe sie schon einmal vor einigen Jahren getan, und es sei an der Zeit, das Thema wieder aufzugreifen.

Auf der Einwohnerversammlung in Mosel, zu der Bewohner der nördlichen Stadtteile eingeladen waren, hatten sich Teilnehmer über den rücksichtslosen Fahrstil von Autos mit Wolfsburger Kennzeichen beschwert. Demnach würden diese regelmäßig auf dem Weg von und zu der Arbeit die großen, ausgebauten Straßen vermeiden und lieber den direkten Weg zu ihren jeweiligen Wohnorten wählen, auch wenn dieser durch Wohngebiete und enge Ortslagen verlaufe. Findeiß zufolge kommen ähnliche Beschwerden regelmäßig in allen Stadtteilen zur Sprache.

Allerdings blieb die Oberbürgermeisterin vage, was den vermehrten Einsatz von Blitzern an betroffenen Straßen zu Zeiten des Schichtwechsels anging. Das hatten Anwohner gefordert. Eine konkrete Zusage, mehr Kontrollen durchzuführen, machte die Stadtchefin nicht. "Nur mit Polizeistreifen und Blitzern kommen wir nicht weiter", sagte Findeiß. "Es braucht auch Appelle."

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3Kommentare
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  • 5
    2
    Edelsachse
    16.12.2018

    Stimmt. Wer das Mehrfache der übrigen Bevölkerung "verdient" glaubt auch, sich sonst über der restlichen Bevölkerung zu befinden und das dann keine Regeln mehr gelten.

  • 3
    0
    cn3boj00
    16.12.2018

    Die Missachtung derStraßenverkehrsordnung ist doch längst deutsches Kulturgut. Ob Schichtarbeiter von VW der bei uns die DPD-Fahrer: wenn Leute fordern, dass man sich an Regeln halte, vor allem auch in 30er Zonen, wird man ausgelacht. Sogar Politiker sind doch inzwischen der Ansicht, dass 10 km/h über dem Limit doch kein Problem seien.
    Apelle nützen da gar nichts mehr. Viel mehr Kontrollen, stationäre Blitzer und deutliche Strafen - das Ausland macht es vor!

  • 4
    1
    1005
    16.12.2018

    Denen geht es schlichtweg gut.Das übrige Palaver erspare ich mir.



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