OB nimmt Wirtschaftsförderung in Schutz

Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) hält Kritik aus dem Zwickauer Stadtrat für den Ausdruck eines Geschlechterproblems.

Zwickau.

Es kommt nicht allzu häufig vor, dass sich die Oberbürgermeisterin während einer laufenden Stadtratssitzung zu einem Thema äußert, das gar nicht auf der Tagesordnung steht. OB Pia Findeiß (SPD) ergriff dennoch in der jüngsten Sitzung die erste sich bietende Gelegenheit, um das städtische Büro für Wirtschaftsförderung gegen Kritik aus dem Zwickauer Stadtrat in Schutz zu nehmen.

Auf eine Anfrage von Constance Arndt (BfZ) zum aktuellen Stand bei den Verhandlungen um das Schocken-Kaufhaus schlug Findeiß den Bogen zur aktuellen Debatte um die Wirtschaftsförderung und sagte: "Ich habe den Eindruck, dass von den männlichen Kollegen im Stadtrat die Arbeit der weiblichen Mitarbeiter in der Wirtschaftsförderung zu kritisch gesehen wird." Die Kritik sei demnach ein Ausdruck eines Geschlechterproblems.


Zuvor hatten sich mehrere Stadträte teils in Interviews in der "Freien Presse" über die anstehende Kommunalwahl kritisch über das von Wirtschaftsförderin Sandra Hempel geleitete Büro geäußert. Vor allem Vertreter von CDU, FDP, AfD und der Wählervereinigung Bürger für Zwickau (BfZ) hatten ihren Unmut darüber kundgetan, dass das städtische Büro keine Strategie erkennen lasse, Abwanderung von Industriebetrieben zu stoppen sowie Neuansiedlungen zu fördern. Besonders negativ hatten sich Kritiker darüber geäußert, dass die vom Stadtrat zusätzlich bereitgestellten drei Personalstellen für das Büro bis heute unbesetzt geblieben sind. Das Rathaus sagte, man wolle die Stellen "bei Bedarf" ausschreiben.

Findeiß verwies in ihrer Verteidigungsrede auf die Leistung der Wirtschaftsförderung bei den Verhandlungen um das Schocken-Kaufhaus sowie bei der Beseitigung von Industriebrachen. "Auch das ist diesen Frauen zu verdanken", sagte Findeiß. "Ich muss das so deutlich sagen, weil Fairness zwischen Stadtrat und Verwaltung notwendig ist. Und wenn das nicht eingehalten wird, muss man das geraderücken."

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 1
    0
    BlackSheep
    07.05.2019

    Frau Findeiss, auch Frauen können Fehler machen, anders formuliert,Kritik ist manchmal auch berechtigt.



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