Oberbergamt nimmt Böschungen ins Visier

Zwei ehemalige Halden sollen in den kommenden Jahren saniert werden. Geld dafür kommt aus europäischen Fördertöpfen - wahrscheinlich.

Zwickau.

Nicht nur Gras, sondern ein ganzes Wäldchen ist über den ehemaligen Steinkohlebergbau in Zwickau gewachsen. Wer es nicht weiß, der kann die Hügel auf dem Brückenberg für die natürliche Landschaft halten. Doch nicht in jedem Fall decken Gras und Bäume nur harmloses Gestein ab.

Aus diesem Grund sollen die Halden 3 und 4 der Brückenbergschächte - später Karl-Marx-Schächte II und III - in den kommenden Jahren saniert werden. Das sächsische Oberbergamt plant, die nötigen Ingenieurleistungen dazu in Kürze auszuschreiben, so Oberberghauptmann Bernhard Cramer. Da die Ausschreibung in zwei Stufen läuft, dauert das Verfahren Cramer zufolge fünf bis neun Monate. Nicht nur deswegen wird sich dort in diesem Jahr noch nichts tun. Denn das Geld, das aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kommen soll, ist fast aufgebraucht und reicht nur noch für die Planungsleistungen. Der Rest soll aus einem ähnlichen Programm bezahlt werden, das für 2021 bis 2027 angelegt ist.

Bereits 2012 wurde das Vorhaben in eine Prioritätenliste aufgenommen, die Kosten wurden auf rund 430.000 Euro geschätzt. Die beiden Halden, aus denen später eine wurde, waren bis 1950 in Benutzung. Nach dieser Zeit wurde teilweise Haldenmaterial weiterverwertet, außerdem wurde die heute unter Denkmalschutz stehende Pöhlauer Kohlebahn durch den Haldenverbund hindurch angelegt. Der Fuß der Böschung ist heute im Norden teilweise durch den Pöhlauer Bach unterspült - das kommt daher, weil der Bach während der Nutzung der Halde zum Teil einfach zugeschüttet worden war und sich deswegen einen neuen Weg gesucht hatte.

Darüber hinaus fällt die Haldenböschung heute steil nach Norden zum Bach hin ab, so Cramer. Die Sanierung soll unter anderem gewährleisten, dass die Halden sicherer - und womöglich auch flacher - werden. Denn dort ist in den vergangenen Jahrzehnten bereits einiges in Bewegung geraten. Bernhard Cramer: "Entlang der Böschungsschulter sind Setzungsrisse erkennbar. An den Böschungen sind Rutschungen und Erosionsrinnen vorhanden." Die Halden setzen sich aus Nebengestein, Kohlenschlämmen sowie Kesselschlacken und -aschen zusammen.

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