Ortskulturbeiräte: 39 Mülsener interessiert

Nach Aussagen der Hauptamtsleiterin sind noch Nachmeldungen möglich. Vor allem Jugendliche werden gesucht.

Mülsen.

Nach bisherigem Stand wird es in allen acht Mülsener Ortsteilen Ortskulturbeiräte geben. Überall haben sich wenigstens drei Frauen und Männer - insgesamt 46 - gemeldet, um mitzuarbeiten. Vor fast 30 Gästen haben Mülsens Bürgermeister Hendric Freund (parteilos) und Hauptamtsleiterin Gabriele Weigel dieses Woche in der Vereinshalle erklärt, wie deren Arbeit vonstatten gehen wird und versprachen Transparenz in personellen und finanziellen Dingen.

Aufgabe dieser neu geschaffenen Gremien wird sein, den Gemeinderat bei der Erfüllung seiner Aufgaben in Kultur-, Brauchtums-, Senioren- und Vereinsangelegenheiten zu unterstützen. Die Mitglieder entscheiden über die im Rathaus eingegangenen Anträge auf finanzielle Unterstützung von Vereinen und Initiativen, sie dürfen aber auch selbst Initiatoren des in den Ortschaften stattfindenden kulturellen Lebens sein. "Es ist eine Chance, auch einmal neue Wege zu gehen. Sicher wird deswegen niemand eine Kirmes abschaffen wollen", so der Bürgermeister. Jeder Ortskulturbeirat wird einen Vertreter in den Kulturausschuss der Gemeinde entsenden. Das Arbeiten in diesem Gremium, hofft Freund, könnte ein Beitrag zum Zusammenwachsen der Gemeinde sein.


Ihm zufolge soll es auf der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderates nächsten Montag einen Tagesordnungspunkt geben, in dem es um die Bildung der Ortskulturbeiräte geht. Konkret werde über die Bewerberliste beraten. Zur nächsten Ratssitzung sollen die Ortskulturbeiräte für fünf Jahre bestellt werden. In jedem soll zudem ein Gemeinderat als zusätzliches Mitglied mitwirken. Im September sind konstituierende Sitzungen in den einzelnen Orten geplant, auf denen Vorsitzende, Vize und Schriftführer gewählt werden sollen.

Wie viel Geld in den Ortschaften ab 2020 zur Verfügung stehen wird, konnte Freund noch nicht sagen, weil noch nicht alles abgerechnet wurde und manche Geld angespart hatten, um größere Feiern ausrichten zu können. Für 2019 liegen die Zahlen vor (siehe rechts), allerdings haben die bis dato noch arbeitenden Ortschaftsräte etwa die Hälfte davon ausgegeben. Freund zufolge gibt es für Veranstaltungen und Projekte überregionaler Art wie den Radlersonntag oder das Jugendblasorchester ein Extra-Budget in der Gemeindeverwaltung.

Weigel zufolge besteht noch immer die Möglichkeit, sich für das Ehrenamt zu bewerben: "Vielleicht sprechen Sie vor allem junge Leute an, ob sie interessiert sind", sagte sie zu den Gästen. Ab 16 Jahren darf man mitwirken. Jedes Mitglied eines Ortskulturbeirates bekommt pro Sitzung, von denen es jährlich mindestens vier geben soll, 12,50 Euro. Für den Vorsitzenden stehen 20 Euro Entschädigung zur Verfügung, für den Schriftführer ebenso. Wer im Kulturausschuss mitwirkt, bekommt weitere 40 Euro.

In Niclas gibt es deutlich mehr Bewerber als benötigt. 15 Frauen und Männer haben dort Interesse signalisiert. Wer den Sprung ins Gremium schafft, entscheidet der Rat.


Budget für jeden Ortsteil

Die Gemeinde Mülsen hatte sich mit der Stimmenmehrheit der Fraktionen von CDU und Impuls am 11. Juni 2018 entschlossen, die Ortschaftsräte abzuschaffen. Anlass dafür war die vom Freistaat Sachsen geforderte finanzielle Höherstufung für Ortsvorsteher. Dieses Geld soll eher den Vereinen zukommen, so die Begründung. Künftig soll die Vereinsförderung, eine Hauptaufgabe der Ortschaftsräte, in den Händen von Ortskulturbeiräten liegen. Denen steht ein bestimmtes Budget, abhängig von der Einwohnerzahl, zur Verfügung.

Ortsteil Geld 2019 Bewerber

Ortmannsdorf15.900 Euro3

Niclas 8800 Euro15

Jacob 19.200 Euro4

Micheln4800 Euro3

Stangendorf1300 Euro7

Thurm20.700 Euro3

Niedermülsen5000 Euro8

Wulm1770 Euro3

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