Ostermarkt hat auch eine soziale Seite

Wie schon in den Vorjahren, kamen auch am Sonnabend wieder Scharen von Besuchern zum bunten Treiben aufs Gelände des Landwirtschaftsbetriebes Kunz nach Härtensdorf.

Härtensdorf.

Christiane Kunz gab am Sonnabend unumwunden zu, dass sie in der Nacht zuvor nur schwer in den Schlaf gefunden habe. Dabei war es weniger die allgemeine Aufregung vor dem schon traditionellen Ostermarkt auf dem Areal des Landwirtschaftsbetriebes.

Vielmehr hielt sie die Wetterprognose von einer erholsamen Nachtruhe ab. "Letztendlich blieben wir vom angekündigten Schneefall verschont. Wäre es anders gekommen, hätten sicherlich viele Leute darauf verzichtet, unsere Veranstaltung zu besuchen", schätzte sie ein. Trotzdem reisten nicht alle Händler an, die ihre Teilnahme zugesagt hatten. Laut Kunz musste der angekündigte Glasbläser aus Sonneberg die Segel streichen, weil er wegen starken Schneefalls in den Morgenstunden einfach nicht von seinem Grundstück kam. Auch Händler aus der Region um Grimma blieben aufgrund des Wintereinbruchs dem Markt fern. "Ich denke aber, dass wir unseren Besuchern dennoch an gut zwei Dutzend Ständen ein breites Spektrum ländlicher Erzeugnisse anbieten konnten", so Kunz. Dazu gehörte auch die Glauchauer "Kräuterhexe" Angela Müller-Riegel. "Ich bin das erste Mal hier und vom gesamten Flair begeistert. Sowohl die Gastgeber als auch die Gäste sind überaus nett. Wobei die Besucher erfreulich neugierig und aufgeschlossen sind. Nächstes Jahr komme ich auf alle Fälle gerne wieder und bringe dann auch ein wenig Hexenfloristik mit", stellte sie in Aussicht.

Wie Christiane Kunz erklärte, mussten lediglich jene Händler einen kleinen Obolus als Standgebühr entrichten, die sich im Vorfeld nicht an den Kosten der Werbung beteiligt hatten. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Christiane Kunz: "Vereine wie die Lebenshilfe oder der Verein, der für eine Delfintherapie für die mit dem Charge-Syndrom geborene Lea aus Oelsnitz um Spenden bitten, müssen selbstverständlich nichts zahlen. Das ist für uns auch eine Frage der sozialen Verantwortung." Nicht nur darüber freute sich Constanze Jugel, Patentante des Mädchens. "Wir sind das fünfte Mal hier und werden immer mit einer großen Herzlichkeit aufgenommen. Leute, die uns bereits aus den Vorjahren kennen, fragen nach, wie es Lea geht und welche Fortschritte sie macht - speziell natürlich im Zusammenhang mit der Delfintherapie", berichtete sie. Die Besucher des Ostermarktes würden viele aufmunternde Worte und Wünsche für Lea und ihre Verwandten finden.

Marktbesucher Thomas Eckhart hatte sich mit seiner Familie erstmals auf den Weg nach Härtensdorf gemacht. "Wir wohnen in der Nähe von Jena und wollten ursprünglich schon im vergangenen Jahr herkommen. Leider wurde damals eines unserer drei Kinder krank. Diesmal hat es geklappt. Allerdings standen wir kurz vorm Ortseingang etwas ratlos vor eine Vollsperrscheibe. Ein älteres Ehepaar war aber so freundlich, uns zu den Weg zum Kunz-Hof zu erklären", so das Familienoberhaupt. Während er und seine besser Hälfte über den Ostermarkt spazierten, zogen es die Sprösslinge vor, am Freigehege mit den Jungschweinen zu bleiben. "Unser Großer hat auf seine kleinen Geschwister aufgepasst. So nahe an die Tiere ranzukommen und sie sogar vorsichtig streicheln zu können, war für sie der absolute Hit." Das Fazit des Thüringers: ein toller Ostermarkt, den er mit seiner Familie gerne wieder besucht.

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