Panoramawand fertig: Doch wie geht es nun weiter?

Die Arbeiten an der neuen Stützmauer in Ortmannsdorf sind abgeschlossen. Die Anwohner wünschen sich, dass die Straße weiter gebaut wird.

Mülsen.

Nach fast zweijähriger Bauzeit ist am Montagmorgen die neue Stützwand im Mülsener Ortsteil Ortmannsdorf übergeben worden. Die Sanierung fand im Rahmen der Schadensbeseitigung nach dem Hochwasser 2013 statt. Dabei ging es vor allem um die Standsicherheit der Böschung, um möglichen Erdrutsch oder Steinschlag auf die Neuschönburger Straße zu verhindern. Weiterhin wurden neue Leitungen zur Gas-, Strom und Trinkwasserversorgung sowie ein neues Internetkabel verlegt. Auch ein kleiner Fußweg entlang der Mauer wurde gebaut. Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 2,5 Millionen Euro. "Es wurde viel Geld investiert. Es ist aber auch ein klares Signal an die Bürger, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden", sagte Landtagsabgeordnete Kerstin Nicolaus (CDU). Für die symbolische Übergabe stellte der Imker Dieter Scharf seinen Hof zur Verfügung. Er hob besonders die Kooperationsbereitschaft der Bauarbeiter hervor. Immer wieder seien Zufahrtswege für die Anlieger frei gemacht worden.

Der Bauaufwand war immens. Laut Landratsamt Zwickau ist es in der Region der längste Mauerbau der vergangenen 30 Jahre. Eigentlich sollte das Vorhaben schon vor etwa einem Jahr abgeschlossen sein, doch wie so oft konnte der Zeitplan nicht eingehalten werden. Besonders zu schaffen machte den Anwohnern die Vollsperrung auf der Straße neben der Mauer. "Die Bauarbeiten waren langwierig, und wir mussten teils große Umleitungen fahren", kritisierte Anwohnerin Gisela Herrmann. Mit dem Ergebnis sei man aber absolut zufrieden, fügte ihr Mann Jürgen hinzu.


Besonders die Gestaltung der Mauer habe es vielen Ortmannsdorfern angetan. In den vergangenen sechs Wochen entstand entlang der 125 Meter langen Betonwand eine Malerei. Verantwortlich dafür war der Graffitikünstler Maik Detzner. "Die Farbwahl des Motives ist etwas zurückhaltend. Die Geschichte und Tradition dieses Ortes sollen sich in dem Bild wiederfinden. Die Resonanz war schon während der Entstehung durchweg positiv." Auch am Montag bekam er viel Lob für seine Arbeit. Vonseiten des Landratsamtes hofft man, dass das genehmigte Motiv die Selbstverwirklichung von Hobbysprayern an der Mauer verhindert. Trotz der Freude über die fertig gewordene Stützwand und den sanierten Straßen- abschnitt denken viele Anwohner schon weiter. "Ich hoffe, dass die Bauarbeiten fortgesetzt werden. Die restliche Hauptstraße und die Bushaltestelle müssen dringend modernisiert werden," sagte Andy Friedrich. Dessen Vater merkte an: "Wenn die Straße zeitnah saniert wird, würden wir eine weitere Vollsperrung in Kauf nehmen."

Landrat Christoph Scheurer (CDU) gestand den miserablen Zustand der Straße ein, forderte die Einwohner aber auf, Geduld zu haben; "Wir befinden uns auf einer ehe- maligen Staatsstraße, weshalb der Freistaat Sachsen in der Pflicht ist, die entsprechenden Gelder zu liefern. Nun muss man schauen, wie es nach der Regierungsbildung im Herbst weitergeht"

Immerhin sollen Ende August die Arbeiten an der maroden Schmutzlerbrücke in Ortsmannsdorf beginnen. Der Bauauschuss des Landkreises vergibt im Juli den Auftrag. Bis dahin ist die Neuschönburger Straße wieder in beiden Richtungen befahrbar.

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