Parklandschaften und weite Sichten

Auch in Zeiten einer Pandemie gehört das Wandern zu den gesündesten. Freizeitaktivitäten. "Freie Presse" stellt Touren im Landkreis vor. Heute: Zwischen Waldenburg und Lobsdorf.

Waldenburg/Glauchau/Callenberg.

Idealer Ausgangspunkt für eine Wanderung in der Region Waldenburg ist der Parkplatz an der Zwickauer Mulde. Die Tour führt in den Grünfelder Park hinein und folgt dann leicht rechts dem Lutherweg. Auf den ersten Kilometern der Runde kann man die der Mulde nahen Teile des Parks erkunden. Die Kreisstraße, schon am Rand von Remse, wird einfach überquert. Es geht leicht aufwärts und dann über die Gleise der Muldentalbahn hinweg. Am Knick der Kreisstraße halten sich die Wanderer rechts. Schon bald kann die befahrene Straße wieder nach links verlassen werden. Der Edersweg führt durch schöne Landschaften und mündet kurz vor der A4 in den Marksteig. Im Glauchauer Ortsteil Reinholdshain biegt man auf Schusters Rappen links ab.

Eine kleine Straße schlängelt sich Richtung Reinholdshainer-Ebersbacher Wald. Dieses Forstgebiet hat Berühmtheit erlangt. In einem alten Schieferbruch sprach einst der Sozialdemokrat August Bebel zu Arbeitern. Wanderer machen aber einen Abstecher zum südwestlichen Waldrand. Hier reicht der Blick von den Erzgebirgsgipfeln bis zum Bismarckturm in Glauchau. Parallel zum Waldrand verläuft ein Hauptweg, der einen wunderbaren Seerosenteich umrundet und sich dann Richtung Lobsdorf wendet. Nach einigen Höhenmetern ist die Sicht ins Erzgebirge noch einmal sehr gut.

In Lobsdorf können sich die Spaziergänger im Landgasthof stärken, weil hier erst ungefähr die Hälfte der Strecke gemeistert ist. Der weitere Weg führt wieder in Richtung Autobahn. Ob auf der Staats- oder der parallel verlaufenden Dorfstraße, ist egal. Nach der A4 kommt bald Grumbach, das zu Callenberg gehört, in Sicht. An der Kirche fallen die ausgemusterten Glocken auf. Nach einen Linksschwenk ist man schnell wieder in der Natur. Nach Norden schweift der Blick bis zu den Rauchfahnen am Kraftwerk Lippendorf im Leipziger Land. Das sind Luftlinie immerhin 40 Kilometer.

An der Kreisstraße beginnt das Waldgebiet, in dem auch der Grünfelder Park liegt. Der Weg verläuft eben und schnurgerade bis zum Parkplatz zurück. An der Glänzelmühle besteht die Möglichkeit, dem Magen noch mal etwas Gutes zu tun.


Mörderjagd am Grünfelder Park

Wo die Kreisstraße zwischen Ebersbach und Callenberg ihren tiefsten Punkt erreicht, befindet sich auch das südliche Ende des Waldgebietes, in dem der Grünfelder Park liegt. Eine Tafel erinnert hier an ein Ereignis, das jetzt noch eine leichte Gänsehaut hervorruft. Es trug sich Mitte August 1836 zu, dass ein offenbar geistesgestörter Täter, der vergeblich seine Tochter in Glauchau befreien wollte, der Diebstahl vorgeworfen wurde, gleich zwei Menschen tötete, auf die er zufällig traf.

Zuerst erschlug der völlig außer Kontrolle geratene einen 70-jährigen Zimmermann. Auf einem Feld sah der Täter zwei Schwestern. Die 16-jährige misshandelte er so schwer, dass sie am nächsten Tag verstarb. Die jüngere der beiden konnte fliehen und den Bauer benachrichtigen. Dieser setzte mit einem Helfer dem Täter nach und konnte so einen dritten Mord verhindern. Ein Lehrergehilfe entkam. Der Mörder wurde überwältigt, gefesselt und der Schönburger Justiz übergeben. Der anschließende Weg führte ihn ins Zuchthaus. Über das weitere Schicksal ist nichts bekannt. |jz


Im Norden des Landkreises

Die Stadt Waldenburg liegt im Norden des Landkreises Zwickau und besteht aus sieben Ortsteilen. Insgesamt leben etwas mehr als 4000 Einwohner in der Stadt. Waldenburg erstreckt sich über eine Fläche von 25 Quadratkilometern.

Details zur Strecke: Länge der Tour: 18,8 Kilometer. Start und Ziel: an der Muldenbrücke in Waldenburg. Gesamtanstieg: rund 300 Höhenmeter. Höchster Punkt: 377 Meter über dem Meeresspiegel zwischen Lobsdorf und der A4. Tiefster Punkt: 217 Meter nahe Start und Ziel.

Unser AutorJens Zeidler ist promovierter Informatiker und arbeitet im Verlag der "Freien Presse" als Controller. In seiner Freizeit geht der 54-Jährige gern wandern und gibt Tipps für andere Leute auf Schusters Rappen. Zuletzt ist er mit großer Hingabe den Landkreis Mittelsachsen abgewandert. Die mehr als 50 Beiträge, die dabei entstanden sind, können im Internet nachgelesen werden. (|jz)

www.freiepresse.de/wanderlust

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