Partynacht: Mehr als einfach nur gute Musik

Samstagnacht ging auf dem Festplatz am Fuße des Borberges die elfte Auflage der "Kirchberger Winternacht" über die Bühne.

Kirchberg.

Irgendwie wollte die Bezeichnung "Winternacht" für die große Samstagnachtfete auf dem Festplatz am Borberg in Kirchberg gleich in doppeltem Sinn nicht so recht passen. Daran konnte auch die winterliche Dekoration im Zelt nicht viel ändern. Zum einen herrschten draußen Temperaturen von knapp zehn Grad Celsius. Andererseits machte das zumeist jugendliche Partyvolk im Inneren des 1000-Mann-Festzeltes die Nacht ohnehin zum Tag.

Die hämmernden Dance-Musik-Klänge aus den Lautsprechern ließen zwar keine tief greifenden Gespräche zu, aber die mochte an diesem Abend wohl ohnehin niemand führen. "Wir wollen mit unserer Clique einfach ein bissel Party machen. Solche Feten, noch dazu um diese Jahreszeit, gibt es hier in der Region für junge Leute nicht viele. Schade eigentlich", sagte Petra Naumann. Die 23-jährige Plauenerin hatte sich mit ihrer sechsköpfigen Truppe in die Siebenhügelstadt aufgemacht. Eine noch weitere Anreise nahm Noah Seeder (32) in Kauf. Er lebt in der Nähe von Hof und war schon mehrfach bei Feten am Fuße des Borberges dabei. "Ich komme mit meinen Bekannten gerne hierher. Die Stimmung passt, die Preise bewegen sich in einem absolut vernünftigen Rahmen, und den Besuchern wird immer wieder ein kleines Highlight geboten.

Und auch die Leute sind gut drauf", so die Einschätzung des Gastes aus Franken. Veranstalter René Gertler dürfte so viel Lob runtergehen wie Öl. Gemeinsam mit seiner Partnerin Nancy Barth hatte er seinerzeit die Idee zu dieser winterlichen Festzeltfete. Die beiden Kirchberger wollten speziell dem jüngeren Publikum auch in der kalten Jahreszeit eine größere Tanzveranstaltung anbieten. Das Konzept ging auf. Reichte anfänglich noch ein 500er-Festzelt aus, um allen Partygästen Platz zu bieten, musste schon bald ein doppelt so großes Zelt aufgestellt werden. "Die ,Winternacht' hat sich schnell zu einem Event entwickelt, das sich in der Szene herumgesprochen hat und inzwischen Besucher aus dem weiteren Umland anlockt", sagte Gertler. Zum Erfolg trug aber auch bei, dass sich die beiden Organisatoren nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen, sondern sich immer etwas Neues einfallen lassen. Diesmal konnten sie die Partysängerin und Ex-Dschungelkönigin Melanie Müller für einen Auftritt bei der "Winternacht" gewinnen. Kurz vor Mitternacht betrat sie die Bühne und heizte dem feierwütigen Publikum gut eine Stunde lang ordentlich ein.

Veranstalter René Gertler: "Wir wollten die bekannte Partyblondine schon immer mal bei uns haben. Jetzt hat es endlich geklappt. Man muss den Gästen bei so einer Veranstaltung ein wenig mehr bieten als nur gute Musik." Aber nicht nur die Ex-Dschungelkönigin sorgte Samstagnacht für Abwechslung, auch die Tänzerinnen der Candy-Cats zogen bei ihren Darbietungen so manche neugierige Blicke auf sich.


"Provinz ist doch nichts Schlimmes"

Melanie Müller (31) war der Überraschungsgast der "Winternacht". Andreas Wohland unterhielt sich mit ihr über ihren Abstecher in die Provinz.

Freie Presse: Was veranlasst Sie, in einer Provinzstadt wie Kirchberg aufzutreten?

Melanie Müller: Provinz ist doch nichts Schlimmes, ganz im Gegenteil. Schließlich kenne ich mich da aus, denn ich bin selbst in einer kleinen sächsischen Stadt aufgewachsen. In der sogenannten Provinz ist das Publikum meiner Erfahrung nach immer sehr dankbar, aufgeschlossen und direkt. Das mag ich an den Leuten.

Sie kommen viel herum. Wie viel Sachsen steckt noch in Ihnen?

Spontan würde ich sagen 180 Prozent. Sachsen ist nun mal meine Heimat, dazu stehe ich mit ganzem Herzen. Schon deshalb bewahre ich mir ein klein wenig meines ursprünglichen Dialektes. Gerade wenn ich in Sachsen auftreten, halte ich damit auch nicht hintern Berg.

Stört Sie eigentlich die Bezeichnung "Partyblondine"?

Überhaupt nicht. Ich bin nun mal eine Partymaus, blond und gut drauf. Man könnte von mir aus auch sächsische Partybiene sagen. So lange es mich nicht offenkundig beleidigt, komme ich eigentlich mit allem ganz gut klar.

Ihr Auftritt beginnt erst kurz vor Mitternacht. Sind Sie eine Nachtschwärmerin?

Ja, aber das ergibt sich schon aus der vielen Arbeit auf der Bühne. Inzwischen steckt das schon so drin, dass es sich natürlich auch im Privaten bemerkbar macht. Bei uns daheim geht das Licht selten vor 2 oder 3 Uhr aus. awo


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