Pause machen und Strom "tanken"

In einem Restaurant in Mülsen kann man nun den Akku seines E-Bikes laden - die Wirtsleute reagieren auf einen Trend.

Mülsen.

Pünktlich vorm Start der Biergarten-Saison am 1. Mai haben Mandy und Jörg Franke, die Wirtsleute von "Rads Keller" in Mülsen St.Micheln, eine E-Bike-Ladestation an ihr Restaurant bauen lassen. Drei Räder können dort zeitgleich "tanken", während die Radfahrer im Restaurant oder im Biergarten sitzen. Zum Muttertag, an dem sonst auch der Radlersonntag angesetzt war, will Jörg Franke die Ladestation mit einer kleinen E-Bike-Ausstellung der Öffentlichkeit präsentieren. "Wir wollen zeigen, wie die Batterien geladen werden. Und wer möchte, kann ein E-Bike fahren." Wer das mit einem Mittagessen verbinden möchte, den muss Franke allerdings weiter zur Michelner Feuerwehr schicken. Das Restaurant mit seinen 50 Plätzen ist an diesem Tag ausgebucht.

2015 hatten Frankes den ehemaligen Ratskeller der Gemeinde übernommen und daraus ein Restaurant mit Pension speziell für Radfahrer und Fußgänger gemacht. Das Heimweh hatte das Paar, das einige Jahre in Kanada sein Glück suchte, wieder nach Mülsen zurückgebracht. Die beiden entschieden sich dafür, den Gasthof zu übernehmen, als die Vorgängerin in den Ruhestand wechselte. Nach und nach bauten sie ihn aus, veranstalten auch Musik- und Themenabende. Die Neuigkeit von der Radfahrerpension machte sogar die Runde durch Europa. Frankes hatten schon Radfahrer aus Litauen und der Schweiz zu Gast. Ihren Gästen empfehlen sie einen 60-Kilometer-Rundweg um Mülsen - über Heinrichsort, die Rümpf, den Glauchauer Stausee und wieder zurück."

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Da E-Bikes schon lange im Trend sind, liebäugelten die Mülsener beizeiten mit einer Ladestation. Doch nach Fördermitteln suchte Jörg Franke vergeblich. "Ein Staatssekretär hat mir geantwortet: An so etwas haben wir noch gar nicht gedacht", sagt Franke heute lachend. Durch Pensionsgäste aus Polen, die Elektroautos bauten, kam Franke auf die Idee, noch eine vierte "Steckdose" an seiner Zapfsäule anbringen zu lassen - eine für Elektro-Autos. Gemeinsam mit der Wilkau-Haßlauer Firma Elinar gelang das. "Alles in allem eine 2000-Euro-Investition", sagt Franke. Das E-Bike-Aufladen soll kostenlos sein, für das Aufladen der Autobatterie will er maximal 40 Cent pro Kilowattstunde nehmen.

Wer sein Ladegerät zu Hause vergessen hat, muss nicht fürchten, dass er bei leerer Batterie auf dem Rückweg schieben muss. Frankes haben drei verschiedene Ladegeräte vorrätig. Jürgen Werner, Chef der Bike-Profis auf dem Zwickauer Brückenberg, hat diese zur Verfügung gestellt. In viereinhalb Stunden sei der Akku wieder voll, nach einem Mittagessen der halbe. Werner denkt, dass Frankes mit dieser Ladestation richtig liegen. Batteriebetriebenene Räder sind angesagt. "Wir verkaufen fast nur noch E-Bikes, auch junge Leute steigen zunehmend um", sagt der ehemalige Radrennfahrer, der fünfmal an der Friedensfahrt teilnahm und Straßenrennen für die Teams Telekom und Nürnberger bestritt.


Zapfen auch in Zwickau

Gratis Strom für sein E-Bike kann man auch in Zwickau tanken. Die Ladestation befindet sich auf der Hauptstraße, in der Nähe der Tourist Information und unweit des Hauptmarktes. Die Stadt hat diese im Juli 2018 eingerichtet. (upa)

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