Pecher darf nicht mehr Stadtrat sein

Weil er seinen Wohnort nach Hartmannsdorf verlegt hat, gilt der SPD-Politiker in Zwickau als nicht mehr wählbar.

Zwickau.

Der Landtagsabgeordnete Mario Pecher (SPD) darf nicht wieder in den Zwickauer Stadtrat einziehen. Zwar wurde er am 26.Mai mit 801 Stimmen gewählt, er hat jedoch seinen Wohnsitz von Zwickau nach Hartmannsdorf bei Kirchberg verlegt, wo seine Ehefrau, die CDU-Landtagsabgeordnete und Bürgermeisterin Kerstin Nicolaus, wohnt. Wie der Leiter des Zwickauer Wahlausschusses, Stefan Frank, am frühen Donnerstag sagte, sei Pecher damit für den Rat nicht mehr wählbar gewesen und musste ausgeschlossen werden. Für den 56-Jährigen rückt der 20 Jahre alte Kay Leonhardt nach. Das gleiche Schicksal traf Jana Möckel, die für die Tierschutzpartei kandidiert hatte. Da sie jedoch ohnehin nicht genügend Stimmen erhielt, hat ihr Ausscheiden keine Auswirkungen.

Das endgültige Wahlergebnis entspricht in der Sitzverteilung der Auszählung vom Wahlabend. CDU und AfD bekommen jeweils elf Sitze, Linke acht, SPD fünf, Bürger für Zwickau fünf, FDP und Grüne jeweils drei, Tierschutzpartei und Zukunft Zwickau je einen. Neben dem Tausch Pecher/Leonhardt bei der SPD gab es auch einen Wechsel beim elften AfD-Sitz. Nach der Prüfung hatte Mario Seifert mehr Stimmen als Thomas Seifert erreicht.


Insgesamt, so Wahlleiter Frank, lag die Wahlbeteiligung bei 55 Prozent (2014: 41). Die Zahl der Fehler bei der Auszählung sei sehr gering gewesen. Bei 39.517 gültigen Stimmen mussten nur zwei Stimmzettel vom Wahlausschuss korrigiert werden. Diese waren zunächst im Wahllokal für ungültig erklärt worden. Auch die erstmals angewandte Unterbrechung der Auszählung während der Nachtzeiten habe sich positiv ausgewirkt. "In den meisten Fällen war davon nur die Kreistagswahl betroffen", sagte Frank. Nur in einem Zwickauer Stimmbezirk wurde auch die Stadtratsauszählung gestoppt. Vor der Unterbrechung hatte die AfD hauchdünn vorn gelegen. Doch die Stimmen aus dem letzten am Montag gezählten Bezirk sorgten für den Gleichstand von je elf Sitzen bei CDU und AfD. Die um 50Prozent gestiegene Anzahl der Briefwähler habe seine Mitarbeiter stark gefordert, sagte der Wahlleiter. Mit 6932 lag ihr Anteil an allen Wählern bei 13 Prozent.

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