Pegida & Co: Zwickau eifert Dresden nach

Die Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz (Linke) hat über sächsische Bewegungen von Rechts gesprochen. Die Entwicklungen in der Muldestadt schätzt sie als problematisch ein.

Zwickau.

Pegida, AfD, diverse Facebook-Gruppen wie "Nein zum Heim", Bürgerwehren: Für Kerstin Köditz (Linke) sind das soziale Bewegungen von Rechts. Laut der Sprecherin für antifaschistische Politik der Linksfraktion im Landtag ist die Lage in Sachsen sehr ernst - jetzt müsse endlich gehandelt werden.

Einige ihrer Beobachtungen hat Köditz am Mittwochabend in einem vollen Saal des Zwickauer Hauses der Begegnungen geschildert. Die Veranstaltung fand im Rahmen der diesjährigen Demokratietage statt und bezog sich auf generelle Entwicklungen im Freistaat. Im Gespräch mit der "Freien Presse" sagte Köditz ergänzend, dass Pegida zwar in Dresden bekannt geworden ist, Zwickau mit ähnlichen lokalen Gruppen jedoch den zweiten Anlaufpunkt in Sachsen darstelle. Sie bezog sich vor allem auf den Sternmarsch, an dem im Februar über 3000 Asylkritiker teilgenommen hatten. Dabei trat auch Jürgen Elsässer, Chefredakteur des rechts verorteten "Compact"-Magazins, als Redner auf. "Das ist sehr aussagekräftig", sagte Kerstin Köditz. Die Zwickauer Führungsriege rechter Mobilisierung sei mit Tony Gerber und Lars Franke asylfeindlich. "Ich sehe die Entwicklung in Zwickau sehr problematisch", fügte sie hinzu.

Fragen an die Expertin kamen aus allen Ecken des Raumes. Von hinten wollte ein grünhaariger Teenager wissen, warum die Polizei mit ihr viel strenger als mit Pegida-Anhängern auf Demonstrationen umgehe. In der ersten Reihe fragte ein Mann aus Crimmitschau, welche Fehler die Linke gemacht hat, dass die Rechte überhaupt so erstarken konnte. Und in der Mitte des Saales sagte eine ältere Frau, dass die Medien mit ihrer Berichterstattung zum Teil die asylkritische Stimmung befördern würden.

Kerstin Köditz sagte, dass die Beantwortung all dieser Fragen einen ganzen Abend füllen könnte. Genau wie viele andere Themen sollten sie aber dringend öffentlich diskutiert werden. "Es gibt leider kaum noch Räume, in denen solche politischen Diskussionen stattfinden können", sagte sie. Vor allem im ländlichen Raum fehle es oft an Möglichkeiten, sich auszutauschen. Die Veranstaltung in Zwickau sei ihr durch das breite Publikum positiv aufgefallen.


Rechte Gewalttaten steigen

Die Chemnitzer Opferberatung des RAA Sachsen hat veröffentlicht, dass die Anzahl von rechtsmotivierten und rassistischen Angriffen im Freistaat gestiegen ist. 2015 haben sich diese Gewalttaten im Vergleich zum Vorjahr um 86 Prozent erhöht. In Zwickau waren es voriges Jahr 14 Angriffe, 2014 wurden elf Taten registriert. (tgo)

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5Kommentare
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    gelöschter Nutzer
    04.05.2016

    Frau Köditz engagiert sich mit anderen Demokraten gegen den Extremismus, das finde ich gut:

    "2013 trat sie gemeinsam mit Henning Homann (SPD), Miro Jennerjahn (Bündnis 90/Die Grünen), dem stellvertretenden Vorsitzenden des DGB Sachsen Markus Schlimbach und dem Superintendenten des evangelischen Kirchenbezirks Dresden Mitte Christian Behr dafür ein, die von der sächsischen Regierung geplante Kürzung der Mittel zur Bekämpfung des Rechtsextremismus zu verhindern" [Quelle: Wikipedia]

    Sachsen bräuchte mehr solcher Menschen, dann wäre sein Ruf nicht ramponiert.

  • 3
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    erzg047
    01.05.2016

    Die ist Bezeichnend für Mitglieder dieser Partei.
    zum richtigen Studium hat es nicht gereicht und von ihrer Hände Arbeit leben kann sie aber auch nicht ( evt. könnte man auch Faulheit mutmaßen) aber labern und sülzen umso besser.

  • 8
    2
    Mülsner
    30.04.2016

    Toleranz ist immer die Toleranz gegenüber andersdenkenden. Solche Toleranz veköpern die Mitglieder der Linken m.A. sehr schlecht. Und was in der gesamten Debatte und in der Berichterstattung der Presse zu den Tagen der Demokratie und Toleranz überhaupt nicht zur Sprache kommt, ist eine Abgrenzung gegen linke Gewalt und Hetze. Das ist schon sehr bezeichnend.

  • 8
    3
    Frank67
    30.04.2016

    Muß man über diese Frau noch mehr Worte verlieren
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kerstin_K%C3%B6ditz
    Übrigens die Menschen sind nicht Asylkritisch, sie sind Migrantenkritisch ;-)

  • 12
    4
    Hübnererich
    30.04.2016

    Köditz ? Ja alles klar, FDJ Kreisleitung, SED Mitglied, Marxismus Leninismus Studium, mit Arbeit wenig am Hut. Leute die zu diesen Veranstaltungen gehen neigen zur Selbstverarschung.



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