"Perfekt sind Hunde im Alter von sechs Jahren"

WM-Mitorganisatorin Uta Mönnicke über die Ausbildung von Boxern im Fährtenlesen und die Herausforderungen der Meisterschaft

Zwickau.

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit fand am Wochenende in Zwickau die Fährtenhunde-Weltmeisterschaft der Rasse Boxer statt. Viola Martin hat sich mit Uta Mönnicke (56), Mitorganisatorin und Mitglied in der Zwickauer Gruppe des Boxer-Klubs München, über den Wettkampf unterhalten.

Freie Presse: Wie ist Zwickau dazu gekommen, Austragungsort der Weltmeisterschaft zu werden?

Uta Mönnicke: Die WM wird jedes Jahr in einem anderen Land ausgetragen. Wir haben uns bei der Atibox, der Vereinigung zur fachtechnischen Interessenwahrung des Deutschen Boxers, um die Austragung des Wettkampfs, die dieses Jahr nach Deutschland ging, beworben und den Zuschlag bekommen. Bei Ausstellungen und anderen Leistungsveranstaltungen hatten wir uns vorher bereits Vertrauen erworben. Der Zwickauer Boxer-Verein ist bereits 1902 erstmals erwähnt worden. Er zählt derzeit 40 Mitglieder. Ich bin seit 2004 dabei und arbeite im Vorstand mit.

Wie viele Teilnehmer waren an diesem Wochenende in Zwickau am Start?

Wir konnten insgesamt 34 Teams aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Ungarn, Frankreich, Schweden, Finnland, Dänemark und Tschechien begrüßen.

Welche Aufgaben mussten die Teilnehmer mit ihren Hunden bewältigen?

Es gab drei Wettbewerbe. In der Königsklasse, in der die besten Teams aller Länder starteten, ging es darum, dass der Hundesportler mit seinem Boxer eine drei Stunden alte Fährte verfolgt. Die führte nicht schnurstracks geradeaus, sondern es gab Winkel und Bögen. Der Hund musste insgesamt sieben Gegenstände aufspüren. Darüber hinaus starteten Sportler entsprechend des Alters und des Ausbildungsstandes ihres Boxers in zwei Nachwuchsklassen.

Wie lange dauert es, bis ein Boxer so gut Fährten lesen kann, dass der Sportler mit ihm bei solch einer Weltmeisterschaft antreten kann?

Dass Hunde Fährten verfolgen, ist ganz natürlich. Je nachdem, wie der Hund gefördert wird und in welchem Alter seine Ausbildung beginnt, erreicht er die entsprechenden Fähigkeiten. Ich beginne mit Welpen im Alter von acht Wochen, mit solchen aus der eigenen Zucht nach sechs Wochen mit der Ausbildung. Perfekt sind die Hunde dann so etwa im Alter von sechs Jahren.

Bei Polizeieinsätzen sieht man meist Schäferhunde beim Verfolgen von Fährten. Eigenen sich Boxer ebenfalls gut?

Boxer sind keine ausgemachten Fährtenleser, weil sie deutlich weniger Riechzellen als zum Beispiel Schäferhunde haben. Aber gut ausgebildet können sie auch gut mithalten.

Ist das Fährtenlesen nur ein Hobby, oder werden Ihre Hunde auch von der Polizei oder anderen Institutionen in Anspruch genommen?

Es ist ein Sport wie Fuß- oder Handball. Es geht um das Erzielen bester Ergebnisse. Unsere Tiere kommen nur in Wettkämpfen zum Einsatz.

Wie haben die Zwickauer bei der WM abgeschnitten?

Wir haben einen Bronzerang belegt. Ich bin stolz, dass ich mit meiner zwei Jahre und neun Monate alten Alvina vom Antidorcas diesen dritten Platz erkämpft habe.

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