Pfleger fordern mehr Lohn

Die Gewerkschaft Verdi wirft dem kommunalen Pflegeheimbetreiber SSH vor, bei Tarifverhandlungen Mitarbeiter gegeneinander auszuspielen.

Zwickau.

Die Gewerkschaft Verdi und Mitarbeiter der kommunalen Senioren- und Seniorenpflegeheim Gesellschaft (SSH) sind am Freitag vor dem Schloss Osterstein auf die Straße gegangen. Der Protest richte sich gegen das Angebot der SSH in der jüngsten Tarifrunde, mit dem man nicht einverstanden gewesen sei, sagte Gewerkschaftssekretärin Simone Bovensiepen. Sie fordert für die 411 Beschäftigten einen vollen Lohnangleich an den Tarifvertrag des Öffentlichen Diensts. Dagegen hätte der Arbeitgeber nur geringfügige Gehaltssteigerungen von einmalig vier und später je zwei Prozent in den nächsten vier Jahren angeboten. Bovensiepen nannte das Angebot unzureichend und bezeichnete die Stimmung am Verhandlungstisch als feindselig. Zudem versuche die SSH-Geschäftsführung, Mitarbeiter gegeneinander auszuspielen, etwa wenn als Argument gegen Lohnsteigerungen personelle Einsparungen oder ein höherer Eigenanteil für Heimbewohner angeführt würden. "Wenn sich das Angebot in der nächsten Woche nicht eklatant bessert, kommt ein Warnstreik", sagte Bovensiepen.

Ein Protest-Teilnehmer bemängelte, dass die Gesellschaft Schwierigkeiten habe, offene Stellen zu besetzen. Es gebe kaum Bewerber. Höhere Löhne würden die SSH als Arbeitgeber attraktiver machen, glaubt er. Das fehlende Personal müsse die Belegschaft mit Mehrstunden kompensieren. Eine Mitarbeiterin sagte: "Wir haben einen der härtesten Berufe. Das sollte honoriert werden." Die SSH betreibt neun Einrichtungen in Zwickau. Die Geschäftsführung hat sich bislang nicht zu dem Protest geäußert.

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