Plusbus: Gute Idee, aber ausbaufähig

Drei Stunden diskutierten Fahrgäste mit Verantwortlichen. Das Ergebnis: Es gibt noch einiges zu verbessern.

Wilkau-Haßlau.

Mitte August wurde im Landkreis Zwickau das Projekt Plusbus gestartet. Die Li-nien129 und 136 fahren seitdem zeitmäßig abgestimmt mit anderen Linien als Plusbus. Dazu kommt der Taktbus 137, der den Stadtverkehr von Wilkau-Haßlau ersetzt. Am Donnerstagabend hatte der Verkehrsverbund Mittelsachsen (VMS) zu einem Fahrgastforum in die Muldentalhalle in Wilkau-Haßlau eingeladen. Schnell wurde klar: Es bedarf noch einiger Änderungen.

Etwa 45 Fahrgäste und Anwohner an den Strecken diskutierten mit dem Chef des VMS, Harald Neuhaus, dem Dezernenten im Landratsamt, Mario Müller, und dem Bürgermeister von Wilkau-Haßlau, Stefan Feustel (CDU). Ein wesentliches Problem: Trotz geregeltem Takt beim Plusbus passen noch nicht alle Anschlüsse. Niedercrinitz oder Weißbach hätten keine Anbindung an den Plusbus, hieß es. "Kann der Bus da nicht angepasst werden?", wollte eine junge Frau wissen. Jörg Weigel, Betriebsleiter der Regionalverkehrsbetriebe (RVW), machte wenig Hoffnung. "Die Fahrpläne sind so getaktet, dass die Plusbusse die Anschlüsse von Bus und Zug am Zwickauer Hauptbahnhof erreichen." Veränderungen würden das gesamte System zu Fall bringen. "Aber wir können bei den Zubringerlinien prüfen, ob sich Verbesserungen erreichen lassen", sagte er.

Vor allem für Schüler sei die Li-nie 129 unattraktiv geworden, kritisierte eine Mutter. Ihre Kinder müssten jetzt bereits kurz nach 6 Uhr nach Zwickau fahren. Vor dem Plusbus hätten sie einen Bus um 6.45Uhr nehmen können.

Allerdings wurde auch deutlich, dass viele Fahrgäste "aus Gewohnheit" Bus fahren, sich an Veränderungen nur schwer gewöhnen und daher Probleme bei der Nutzung des neuen Angebotes haben. "Das führt natürlich zu Missverständnissen", sagte Harald Neuhaus. Er riet dazu, sich regelmäßig im Internet oder an der Haltestelle über die Fahrzeiten zu informieren.

Anwohner am Rosenthal in Wilkau-Haßlau brachten noch ein anderes Problem vor. "Wegen der engen Straßen ist der Busverkehr da unhaltbar", sagte eine Frau. Es sei nicht möglich, mit einem Pkw am Bus vorbeizukommen. Stefan Feustel ist das Problem bekannt. "Wir arbeiten an einer Lösung", sagte er. Dies werde wahrscheinlich eine Änderung der Linienführung mit sich bringen. "Ich bitte jedoch um etwas Geduld", sagte er. Wegen umfangreicher Vorarbeiten geht Feustel davon aus, dass die Änderungen erst im Dezember zum Fahrplanwechsel in Kraft treten können.

Diskutiert wurde auch die Veränderung des Taktes zwischen Zwickau und Wilkau-Haßlau von 20 auf 30 Minuten. "Für mich ist das eine Verschlechterung", sagte eine Frau. "Das ist nur auf den ersten Blick so", entgegnete Feustel. Er brachte die Linien 135, 156, 360, 10 und die Erzgebirgsbahn, die alle zwischen den beiden Städten verkehren, ins Spiel. "Damit haben wir, rein rechnerisch, in den Spitzenzeiten einen 15-Minuten Takt", sagte er.

Schnell wurde jedoch auch klar, dass die Kommunikation zu wünschen übrig lässt. "Wir müssen das Angebot noch besser kommunizieren", sagte Feustel. Noch immer bestehe keine eindeutige Klarheit über Fahrpreise und Linienführungen. Oftmals reiche ein Blick in den Fahrplan, um schnellere Verbindungen zu finden.

Ein weiterer Einwand: Die Busse seien für den Stadtverkehr überdimensioniert. Ein kleinerer Bus wäre besser. Dazu Feustel: "Es ist eine Frage der Wirtschaftlichkeit." In Richtung Culitzsch werde wegen der Fahrgastzahlen ein solcher Bus benötigt. Abgesehen davon, dass ein weiteres Fahrzeug benötigt würde, müsste der Fahrer dieses dann mehrfach am Tag wechseln. Eine weitere Anwohnerin bemängelte, dass der Umweltschutz zu wenig beachtet werde. "Ein großer Bus stößt mehr Kohlendioxid aus als ein kleiner", sagte sie. Das sei im Prinzip richtig, sagte Feustel. Aber: "Die Kohlendioxidbelastung sinkt, wenn 20 Kraftfahrer vom Auto auf einen Bus umsteigen. Auch für die Umwelt ist der Taktbus wichtig."

Nach drei Stunden werteten die Beteiligten die Veranstaltung als Erfolg. Die Fahrgäste hatten sofort Antwort bekommen. Der mehrfach wiederholte Appell von VMS, Landratsamt und Bürgermeister lautete: "Testen Sie das Angebot." Und: Man ist für jeden Hinweis dankbar. "Scheuen Sie sich nicht, Ihre Probleme an uns heranzutragen. Wir versichern Ihnen, alles zu prüfen und erforderliche Veränderungen auch umzusetzen", sagte Neuhaus.

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