Plusbus: Neuer Takt sorgt für Kritik

Das neue Nahverkehrs-Angebot erfreut sich offenbar wachsender Beliebtheit. Doch auch die kritischen Hinweise werden nicht weniger.

Zwickau.

Die Einführung des Plusbusses animiert offenbar zunehmend mehr Fahrgäste, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Wie Ilona Schilk, Sprecherin das Landratsamtes, sagte, ist der Verkauf von Fahrkarten für die Linien 129, 136 und 137 in den Monaten September und Oktober um 18 Prozent gestiegen. Dennoch reißt die Kritik am neuen Angebot nicht ab. Die "Freie Presse" hat die Fragen der Leser an die Behörde weitergeleitet - und Antworten bekommen.

Takt: Am häufigsten beschweren sich Fahrgäste über den veränderten Takt auf der Linie 136. Statt alle 20Minuten fahren die Busse nur noch jede halbe Stunde. "Das kann man uns doch nicht als Verbesserung verkaufen", sagte Kerstin Ebert. Sowohl im Landratsamt als auch beim Regionalverkehr Westsachsen ist das eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Zudem würden mehr neue Busse samt Fahrer benötigt. Das sei mit den vorhandenen Mitteln nicht zu finanzieren. Bis Mitte August hatten sich die Kosten zudem auf zwei Unternehmen - RVW und SVZ - verteilt, das ist jetzt anders. Fahrgastzählungen haben zudem ergeben, dass es in nahezu allen Bussen freie Sitzplatz-Kapazitäten gibt.

Gelenkbusse: Herbert Fritzsche bezieht sich auf eine Veröffentlichung in der "Freien Presse", wonach nur Gelenkbusse eingesetzt werden sollen. "Das ist aber nicht so", sagte er. "Gelenkbusse sollen laut Vertrag auf den Linien 129 und 136 eingesetzt werden", bestätigte Ilona Schilk. Allerdings seien von den vier bestellten Neufahrzeugen bisher nur drei geliefert worden. Bis dahin müssten bei Bedarf auch Standardbusse eingesetzt werden. "Die Fahrten zwischen Zwickau/Hauptbahnhof und Wilkau-Haßlau/Stadtzentrum verkehren zudem nicht als Plusbus" erklärte sie. Hier liege die Fahrzeugauswahl beim Busunternehmen. Der vertragswidrige Einsatz eines Kleinbusses durch einen Subunternehmer wurde unterbunden.

Fahrten ab Sandberg: Kerstin Ebert bemängelt, dass ab der Haltestelle Sandberg in Wilkau-Haßlau nicht genügend Busse in Richtung Zwickau fahren. Die Kritik weist man im Landratsamt zurück. In der Zeit von 5 Uhr morgens bis 23 Uhr fahren auf den Linien 136, 156 und 360 insgesamt 41 Busse zum Hauptbahnhof und ebenso viele von dort wieder zurück.

Äußere Gestaltung: Nicht alle als Plusbus fahrenden Fahrzeuge sind rein äußerlich als solche zu erkennen. Das wird wiederum mit dem fehlenden Fahrzeug begründet. "Das vierte Fahrzeug wird sofort nach Lieferung mit dem geforderten Corporate Design beklebt und auf den Linien eingesetzt", sagte Schilk.

Haltestellenanzeige: Nicht in allen Bussen funktionieren die Haltestellenanzeigen, stellte Ute Frank fest. Wie Pressesprecherin Schilk sagte, liegt die Verantwortung beim Verkehrsverbund Mittelsachsen. "Das von ihm zur Verfügung gestellte technische System ist nicht mehr lieferbar", sagte sie. Damit können neue Busse damit auch nicht nachgerüstet werden. Derzeit werde an der Einführung eines neuen Systems gearbeitet. "Dann stehen auch wieder die optische und akustische Anzeige zur Verfügung."

Unterdorf Cainsdorf: Mit der Einführung des Taktbusses in Wilkau-Haßlau sind die mit dem alten Stadtverkehr durchgeführten Fahrten nach Cainsdorf ersatzlos weggefallen. "Das ist vor allem für ältere Menschen ein Problem", sagte Ernst Freier. Während im Oberdorf die Linie 10 der Städtischen Verkehrsbetriebe (SVZ) einen Ersatz darstellt, ist das Unterdorf komplett vom Busverkehr abgeschnitten. Das Problem: Cainsdorf gehört zur Stadt Zwickau. Derzeit suchen die Verantwortlichen im Rathaus, die Städtischen Verkehrsbetriebe und der Cainsdorfer Ortsvorsteher nach einer Alternative. Das Problem ist offenbar die Finanzierbarkeit. Bis zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember soll eine Lösung gefunden werden.

Haltestelle Cainsdorfer Straße: Nicht zuletzt beim Fahrgastforum Anfang Oktober war der Wunsch der Fahrgäste nach einer zusätzlichen Bedienung der Haltestelle Cainsdorfer Straße zu hören. Inzwischen konnte dafür eine Lösung gefunden werden. Seit dem 14. Oktober fahren die Busse der Linie 137 in Richtung Culitzsch die Haltestelle neben allen Bussen der SVZ-Linie 10 (in beide Richtungen) an.

Der Dezernent im Landratsamt Mario Müller machte bereits zum Fahrgastforum Mut, das neue Angebot mit den aufeinander abgestimmten Anschlüssen unter anderem im Stadtzentrum von Wilkau-Haßlau zu testen. "Sollte es Probleme geben, wir sind als Ansprechpartner da", sagte er damals.

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