Polizei-Neubau: Ende 2022 soll das Millionenprojekt fertig sein

Für die Polizeidirektion wurde am Mittwoch Richtfest gefeiert. Ehe der Gebäudekomplex den Betrieb aufnimmt, müssen zahlreiche Polizisten noch mehrfach umziehen.

Zwickau.

In den grauen Betonwänden stecken mehrere Millionen Euro. Noch sieht man den beiden Gebäuden ihre Bestimmung nicht an - doch wer am Mittwoch einen Blick auf die Baustelle geworfen hat, der konnte es zumindest ahnen. Neben zahlreichen Handwerkern und Anzugträgern waren auch Polizisten in ihren Uniformen zwischen den Gerüsten versammelt. An einem Kran hing eine aus Reißig geflochtene und mit grünen und weißen Bändern versehene Krone.

Es wurde Richtfest für die neue Polizeidirektion in Zwickau gefeiert. Ganz neu ist der Standort nicht. Doch zwei moderne Gebäude sollen die Altbauten an der Lessingstraße künftig ergänzen und entlasten. Insgesamt 30 Millionen Euro will der Freistaat für die Neubauten und die Sanierung des Altbestandes bezahlen. Ob es bei dieser Summe bleibt, das wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Bis Ende 2022 soll der Gebäudekomplex fertig sein, sagte Dirk Diedrichs, Amtschef im sächsischen Finanzministerium.

Die lange Zeit erklärte er mit den schwierigen Umständen, mit denen die Polizei bis dahin leben muss: Es wird bei laufendem Betrieb gebaut und umgebaut, sodass immer wieder auch Umzüge von einzelnen Abteilungen zu koordinieren sind. Laut Conny Stiehl, Leiter der Polizeidirektion Zwickau, musste derzeit die Kriminalpolizei ihre angestammten Schreibtische verlassen. Sie hat ein vorübergehendes Quartier im ehemaligen Finanzamt an der Äußeren Schneeberger Straße bezogen. Auch Teile des Polizeireviers sind momentan nicht mehr am Alten Steinweg zu finden. "Das wird auch noch eine Weile so bleiben." Zum Ende der Bauzeit werden sämtliche Mitarbeiter das derzeitige Polizeirevier in der Innenstadt verlassen. Das bezieht seine neuen Räume im 1914 bis 1916 errichteten Gebäude an der Lessingstraße, das saniert wird, sobald die Räume in den neu eingerichteten Flügeln bezogen sind. Das Revier, sagte Stiehl, sei in den vergangenen Jahren zu klein geworden und nicht mehr zeitgemäß.

Künftig werden nahezu alle Abteilungen der Zwickauer Polizei zwischen Lessing- und Kolpingstraße ansässig sein. Ausnahmen bilden vorerst nur die Inspektion Zentrale Dienste, die bereits seit einiger Zeit in der Nähe des Flugplatzes ansässig ist, sowie die Hundestaffel in Weißenborn. Wobei die Tiere heutzutage sowieso bei ihren Polizisten leben, so der Polizeipräsident. Dennoch hat die Einrichtung in Weißenborn Bestand.

Die Tatsache, dass zum Richtfest mit Günter Schneider auch ein Staatssekretär aus dem sächsischen Innenministerium zu Gast war, nutzte Stiehl für eine Bitte. Von den 1000 Polizisten, die neu eingestellt werden, sollten einige, gern auch viele nach Zwickau kommen, so der 61-Jährige. Der betonte aber auch, dass er Zwickau für eine relativ sichere Stadt hält. "Die Welt ist doch in Ordnung hier." Natürlich gibt es Kriminalität. "Aber im Großen und Ganzen kann man sich hier sicher fühlen."

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